Teilzeit-Krankschreibung

Zu 50 Prozent krank

08.12.2015

Die Ausgaben für Krankengeld steigen immer weiter. Gründe dafür gibt es viele, Lösungen gibt es kaum. Eine Expertengruppe präsentiert nun einige Empfehlungen, darunter ist auch die Teilzeit-Krankschreibung. Was steckt hinter dem Begriff?

Ausgaben für Krankengeld steigen

Die Last für die Krankenkassen steigt. Seit 2006 haben sich die Ausgaben für Krankengeld fast verdoppelt. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zum einen arbeiten immer mehr Menschen, parallel dazu sind die Bruttolöhne gestiegen. Von den Löhnen hängt wiederum das Krankengeld ab. Auch die Demografie spielt eine Rolle. Denn die deutschen Arbeitnehmer werden immer älter und deswegen häufiger und länger krank.

Die steigenden Kosten sind auch dem Gesundheitsminister aufgefallen. Das Ministerium hat deshalb ein Gutachten erstellen lassen und das liegt jetzt vor. Darin empfehlen die Fachleute, wie die Ausgaben für das Krankengeld gesenkt werden können. So soll beispielsweise psychisch Erkrankten schneller geholfen werden und dem Krankengeld-Missbrauch vorgebeugt werden.

Teilzeit-Krankschreibung als Ausweg

Doch neben diesen Ideen enthält das Sondergutachten auch einen sehr polarisierenden Punkt: Die Teilzeit-Krankschreibung. Bisher ist man entweder krank und blieb zu Hause oder man ist gesund und geht arbeiten. Nun sollen mit der Teilzeit-Krankschreibung auch 25- oder 50-prozentige Krankschreibungen möglich werden.

Finanzielle Vorteile für alle?

Das soll die Krankenkassen entlasten, aber auch die Geldbeutel der Arbeitnehmer. Denn die kassieren im Krankheitsfall dann nicht nur das niedrigere Krankengeld sondern auch einen Teil ihres Lohns, schließlich arbeiten sie weiterhin. Ob es sich dabei um eine sinnvolle Reform des Gesundheitswesens handelt, hat detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller Professor Tim Hagemann gefragt. Seine Themenschwerpunkte sind Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie.

Professor für Arbeitspsychologie.Ich sehe den Vorschlag problematisch, vor allem bei kurzfristigen Erkrankungen.Tim Hagemannist Professor für Arbeits-, Organisations- und Gesundheitspsychologie 

Redaktion: Markus Vorreyer