Tiefseebergbau

Neuer Markt am Meeresgrund

12.03.2018

Auf den Böden der Meere liegen viele verschiedene Rohstoffe versteckt. Neue Technik macht es mittlerweile möglich, diese Bodenschätze in den Tiefen der Meere abzubauen. Steht die Industrialisierung der Meeresböden kurz bevor?

Gemeinsames Erbe der Menschheit

Die Internationale Behörde der Meeresböden – kurz ISA –  hat die Aufgabe, Bodenschätze in der Tiefsee als gemeinsames Erbe der Menscheit zu verwalten. Deswegen diskutiert man dort gerade intensiv über Tiefseebergbau. Denn die Organisation entscheidet darüber, wer die Meeresböden und ihre Rohstoffe nutzen darf.

Bislang hat die Internationale Meeresbodenbehörde nur Lizenzen für die Erkundung der Meeresböden und die Erforschung der Stoffe herausgegeben. Allerdings plant die ISA, ab 2020 auch Lizenzen für industriellen Abbau zu vergeben. Dafür müssen Forscher und Behörden die Vorbehalte des Tiefseebergbaus untersuchen.

Wir stehen in gutem Kontakt zur ISA, da unser Projekt momentan das Einzige ist, was sich mit den Umweltwirkungen auseinandersetzt und die ISA auch ein Interesse daran hat, Regularien für den Abbau zu erstellen. – Dr. Matthias Haeckel, Hemholtz Zentrum für Ozeanforschung

Tiefseebergbau: Risiko vs. Rohstoff

Das Project „Mining Impact“ erforscht die ökologischen Langzeitfolgen des Tiefseebergbau. Dafür simulieren die Forscher den Vorgang des Abbaus, indem sie den Meeresboden aufwirbeln. Insgesamt beteiligen sich elf Nationen an dem europäischen Forschungsprojekt.

Das Hauptergebnis ist eigentlich, dass diese Schäden am Meeresboden für viele 100 bis 1.000 Jahre vorhanden sein werden. – Dr. Matthias Haeckel

Über das Projekt hat detektor.fm-Moderator Christian Bollert mit Dr. Matthias Haeckel vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel geredet. Er hat von 2014 bis 2017 das Projekt „Mining Impact“ koordiniert.

matthias.haeckel_portraitEs ist nicht nachhaltig, weil wir große Flächen Jahrhunderte lang zerstören und nicht genau wissen, was langfristig die Folgen für das gesamte Ökosystem sein werden und diese Folgen nicht mehr rückgängig zu machen sind.Dr. Matthias Haeckelforscht am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. 

Redaktion: Moritz Steinacker