“Too big to fail” – Wenn Banken ihr Testament machen

18.12.2012

Gilt eine Bank in Deutschland als systemrelevant, muss sie bis Ende 2013 einen Notfallplan erarbeiten, wie sie in einer finanziellen Schieflage abgewickelt werden kann. Doch was heißt eigentlich "systemrelevant"?

Die Skyline von Frankfurt am Main - hier sitzt ein Großteil der Geldinstitute, die bis zum Ende des nächsten Jahres ihr “Testament” machen müssen. Foto: © Thomas Lohnes /dapd.

Finanzprofessor an der Technischen Universität München.Christoph KasererFinanzprofessor an der Technischen Universität München. 

„Too big to fail“ – So werden Banken umschrieben, die für das nationale und internationale Finanzwesen eine entscheidende Rolle spielen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat für Deutschland nun 36 Geldinstitute ermittelt, für die genau das gilt.

Banken müssen ihr Testament aufsetzen

 

Diese systemrelevanten Banken müssen innerhalb eines Jahres den Notfall planen. Sie müssen also Szenarien entwerfen, wie die Bank im Fall einer finanziellen Schieflage möglichst schnell abgewickelt werden kann. Das Bundesfinanzministerium von Wolfgang Schäuble arbeitet momentan an einem passenden Gesetz. Das Gesetz soll im nächsten Frühjahr verabschiedet werden.

 

Droht einer Bank die Pleite, so sollen diese sogenannten „Testamente für Banken“ sicherstellen, dass der Staat nicht mit Steuergeldern einspringen muss.

Das sind aus meiner Sicht nur fromme Wünsche, im Krisenfall wird das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren. – Christoph Kaserer zu den Testamenten

Was eine „systemrelevante Bank“ ist und wie ein gesamtes Geldinstitut abgewickelt werden kann, darüber haben wir mit Christoph Kaserer gesprochen. Er ist Professor für Finanzen an der Technischen Universität München.