EU-Troika zu naiv? Griechenland braucht wieder Geld

10.06.2013

Satte 380 Milliarden Euro an Hilfsgeldern hat Griechenland bereits bekommen – doch das reicht anscheinend noch nicht aus. Die Troika der Europäischen Union reist nach Athen, um über neue Milliarden zu entscheiden.

Die Akropolis in Athen: Die wirtschaftlichen Aussichten für Griechenland sind alles andere als sonnig. Foto: © Ted Drake, flickr.com

stellvertretender Leiter des Zentrums «Wirtschaftspolitik» in KielKlaus Schraderstellvertretender Leiter des Zentrums «Wirtschaftspolitik» in Kiel 

Kein Land der Europäischen Union hat jemals so viele Hilfsgelder erhalten wie Griechenland. Ende Mai hat EU-Präsident José Manuel Barroso verkündet, dass inzwischen rund 380 Milliarden Euro nach Athen geflossen sind.

Nun sollen noch einmal 3,3 Milliarden Euro folgen – denn die Troika der Europäischen Union hat bei den Rettungspaketen Fehler gemacht. Die Experten der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Kommission überprüfen jetzt vor Ort, ob die Griechen diese immerhin zehnstellige Summe bekommen.

Wo genau der Fehler lag und ob die Maßnahmen in Griechenland den gewünschten Effekt bringen, das haben wir Dr. Klaus Schrader vom Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel gefragt.

Es ist sehr offen, ob es in den nächsten zehn Jahren aus eigener Kraft möglich ist, dass Griechenland von diesem Schuldenberg runterkommt. – Dr. Klaus Schrader, IfW Kiel