US-Notenbank will Leitzins erhöhen

Ist die Ära des billigen Geldes vorbei?

16.12.2015

Seit mehreren Jahren sind die Leitzinsen einiger Zentralbanken auf dem Nullniveau. Doch nun plant die US-Notenbank ihre Zinsen erstmals seit 2006 wieder eine Erhöhung des Leitzinses. Welche Bedeutung das hat, haben wir den Finanzjournalisten Jürgen Röder gefragt.

Man hat sich an die extrem niedrigen Zinsen knapp über dem Nullpunkt fast schon gewöhnt. Doch jetzt scheint es doch eine Wende zu geben. Denn mit ziemlicher Sicherheit wird die US-Notenbank (Fed) den Leitzins erhöhen. Die us-amerikanischen Währungshüter haben das schon länger angedeutet.

Zurück zur Normalität

Wirtschaft, Experten und Anleger schauen gespannt auf Janet Yellen, denn sie ist der Kopf der Fed. Wenn sie und ihre Kollegen den Leitzins anheben, ist das ein Schritt in Richtung finanzpolitischer Normalität. Denn normalerweise liegen die Zinsen deutlich über dem aktuellen Niveau.

Ein so niedriger Zins ist nicht normal. Zinsen von drei oder vier Prozent sind normal. – Jürgen Röder, Finanzjournalist

Die Märkte haben bereits reagiert, die Anleger scheinen nervös zu sein, der DAX hat an Punkten verloren.

Leitzins als Wirtschaftsmotor

Ein niedriger Zins bedeutet billiges Geld für Banken, die dann wiederum sehr günstige Kredite vergeben können. Das soll zu Investitionen führen. Aus diesem Grund ist der Leitzins auch lange Zeit so niedrig gewesen. Mit den niedrigen Zinsen sollte nach der Finanzkrise der stagnierenden US-Wirtschaft wieder auf die Sprünge geholfen werden.

Die niedrigen Zinsen waren eine Auswirkung der Finanzkrise. – Jürgen Röder, Finanzjournalist

Über die Hintergründe und möglichen Auswirkungen einer Leitzins-Erhöhung hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Jürgen Röder gesprochen. Er arbeitet als Journalist für das Handelsblatt und schreibt dort über Finanzthemen.

JUERGEN ROEDER, REDAKTEUR, WEINEs ist eine ungewöhnliche Situation, weil normalerweise die US-Notenbank und die EZB die Zinsen fast gemeinsam erhöht bzw. gesenkt haben.Jürgen Röderarbeitet als Journalist für das Handelsblatt. 

Redaktion: Markus Vorreyer