Veggie-Produkte | Darf das Schnitzel heißen?

Ist doch wurscht!

14.12.2016

Fleischersatzprodukte schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Die Regierung fordert nun neue, eindeutige Namen, um die Alternativen von Fleischwaren besser unterscheiden zu können.

Veggie-Fleischsalat, vegetarische Mortadella oder Schnitzel fleischfrei  das mag auf den ersten Blick gegensätzlich, ja vielleicht sogar unmöglich klingen, ist in vielen Supermarktregalen jedoch Alltag. Denn immer mehr Menschen verzichten auf Fleisch, mittlerweile dürften es um die zehn Prozent aller Deutschen sein. Allerdings meiden sie Steaks und Wurst nicht, weil es ihnen nicht schmeckt. Im Gegenteil: Viele Vegetarier vermissen den Geschmack von Fleisch und greifen deswegen gerne auf besagte Alternativen zurück.

Veggie-Trend: Geschmack ja, totes Tier nein

Diese Entwicklung ist auch den Fleischproduzenten nicht entgangen. Rügenwalder Mühle, Herta oder Wiesenhof  sie alle arbeiten auf Hochtouren an neuen Produkten, um die Vegetarier als Kunden nicht zu verlieren. Die Folge: Fleischlose Ersatzprodukte, die möglichst nah ans tierische Original heranreichen, sprießen seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden.

Die Lebensmittel sollen aussehen wie Fleisch, sie sollen schmecken wie Fleisch. Die logische Konsequenz ist, sie heißen auch wie Fleisch: eben Veggie-Mortadella oder Vegetarischer Fleischsalat. Diese Bezeichnungen allerdings könnten die Verbraucher in die Irre führen, glauben die beiden Regierungsparteien SPD und CDU. Deswegen soll nun die unabhängige Lebensmittelbuch-Kommission neue Namen für die Alternativen finden.

Lebensmittel unterliegen klaren Regeln

In Deutschland gibt es viele Regelungen, was ein Produkt darf und was nicht. Das Lebensmittelbuch definiert ziemlich konkret, welche Angaben die Hersteller machen müssen, was sie weglassen dürfen oder welche Optionen sie bei der Bezeichnung ihrer Produkte haben. Veggie-Alternativen sind allerdings noch so neu, dass eine solche Definition bislang ausgeblieben ist.

Nun aber soll die Kommission genau solche Produkte klassifizieren. Das betrifft nicht nur Aufschnitte oder Gemüseschnitzel, sondern auch andere Alternativen wie Sojadrinks oder vegane Sahne  die übrigens nicht vegane Sahne heißen darf, weil Sahne aus Kuhmilch hergestellt werden muss.

Führen die Namen von Fleichersatzprodukten tatsächlich zu Verwirrungen beim Konsumenten? Und wie könnten solche Produkte nun in Zukunft heißen? Darüber hat detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Sophie Herr gesprochen. Sie ist Leiterin des Teams Lebensmittel beim Bundesverband der Verbraucherzentrale.

vzbv_herr_presseEs braucht klare Regeln, an die sich alle halten können.Sophie Herrist Leiterin der Gruppe Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale.