“Was im Euro-Raum fehlt, ist makroökonomisches Management”

22.08.2011

In Zeiten der Eurokrise schaut detektor.fm auf den EU-Beitrittskandidaten Kroatien und sein Potential, die kroatische Währung mit dem Euro zu ersetzen. Weder Kroatien noch die Europäische Zentralbank sind offenbar heute bereit dafür.

Die 1998 gegründete Europäische Zentralbank ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion. Sie hat ihren Sitz im Euro-Tower in Frankfurt/Main. / Foto: © Raymond/wikipedia

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist momentan auf Balkan-Reise. Den Auftakt hat heute Zagreb gemacht, wo die Kanzlerin von Regierungschefin Jadranka Kosor und dem Präsidenten der Republik Ivo Josipović empfangen wurde. Merkel gratuliert Kroatien zum 20. Jahrestag der Unabhängigkeit und zum erfolgreichen Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen. Der Beitritts-Vertrag könnte bis Ende dieses Jahres unterzeichnet werden, damit wäre Kroatien dann ab dem 1. Juli 2013 offizielles Mitglied der EU.

Volkswirt und Konjunktur-Experte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Foto: © Christian Dreger.Christian Dreger Volkswirt und Konjunktur-Experte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Foto: © Christian Dreger. 

Doch das ehemals jugoslawische Land hat mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Der Staatshaushalt ist instabil, Kroatien für Investoren nicht attraktiv. Damit ist das Land gezwungen, die nationale Situation zu verbessern, um im internationalen Wettbewerb, in den es sich im EU-Raum begibt, mithalten zu können.

Ob sich Kroatien aber auch verpflichten wird, den Euro als offizielles Zahlmittel einzuführen, ist noch nicht klar. Immerhin steckt die europäische Währung gerade in einer enormen Krise. Wie sinnvoll es für Staaten generell ist, im Moment auf den Euro umzusteigen und was die Europäische Zentralbank dazu sagt, haben wir Christian Dreger gefragt. Er ist Volkswirt und Konjunktur-Experte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.