Impfstoff entsorgt – Was von der Schweinegrippe übrig blieb

29.11.2011

2009 ging die Angst vor der Schweinegrippe um. Die Bundesländer orderten Millionen Impfstoff-Dosen, aber die große Pandemie blieb aus. Nun wurde beinahe der gesamte Impfstoffe entsorgt. Was haben Politiker und Gesundheitsexperten daraus gelernt?

Meist waren die Impfplätze gegen die Schweinegrippe so leer wie hier. Foto: © Jens Schlueter/dapd.

Als 2009 die Weltgesundheitsorganisation WHO für die Schweinegrippe H1N1 die Stufe 6 des Pandemie-Alarms auslöste, weckte dies kurzzeitig Angst vor tausenden Toten. Die Bundesländer kauften insgesamt 34 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline.

ist Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland.Wolfgang Wodargist Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland. 

Doch der Schweinegrippe-Erreger erwies sich als nicht so verheerend wie gedacht, und so wurden in Deutschland effektiv nur 5 Millionen Impfstoffdosen verbraucht. Die restlichen Bestände wurden nach und nach entsorgt, die letzten 16 Millionen Dosen sind heute in Magdeburg verbrannt worden. Ihr Haltbarkeitsdatum war abgelaufen. Übrig bleiben Kosten von knapp 240 Millionen Euro, die die Bundesländer bezahlen müssen.

Ob der weltweite Schweinegrippe-Alarm am Ende doch nur erfolgreiche Lobbyarbeit der Pharmaindustrie war, und welche Konsequenzen daraus gezogen wurden, haben wir Wolfgang Wodarg gefragt. Er ist Mediziner, Gesundheitswissenschaftler und Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland.