Was wichtig wird | Emirates und Co. in der Krise

Turbulenzen voraus!

26.01.2017

Es ging 20 Jahre lang nur aufwärts für die Fluglinien Emirates aus Dubai, Etihad aus Abu Dhabi und Qatar Airways. Nun reduzieren die Golflinien erstmals Personal und Flotten. Wirtschaftliche Turbulenzen, die die erfolgsverwöhnten Airlines bislang nicht kannten. Was bedeutet ihr Sinkflug für die Branche?

Wirtschaft

Emirates und Co.: Golf-Airlines in der Krise

Fast 20 Jahre lang lief es blendend für die großen Fluglinien vom Golf: Emirates (Dubai), Etihad (Abu Dhabi) und Qatar Airways sind in dieser Zeit stetig gewachsen. Noch 2015 meldete Emirates einen Rekordgewinn an. Doch die Geschäftsberichte täuschen.

Denn nun zeigt sich an reduziertem Personal und verringerten Flotten, dass die arabischen Airlines in einer handfesten Krise stecken. Wirtschaftliche Turbulenzen, die sie so noch nicht erlebt haben.

Emirates hat gerade angekündigt, mehr als 1.000 der 65.000 Stellen im Fluggeschäft zu streichen. Wettbewerber Etihad stellt ganze Strecken ein und hat sich gerade erst von Chef James Hogan getrennt – dem Mann, der Etihad in den letzten zehn Jahren zu einer relevanten Größe unter den Fluganbietern gemacht hat.

Opfer des eigenen Erfolgs?

Die Jahre unbegrenzten Wachstums scheinen damit vorbei zu sein. Das betrifft nicht nur die Golflinien, denn die gesamte Branche macht turbulente Zeiten durch. Die Weltkonjunktur stottert, Touristen fürchten Terror, protektionistische Politik wirft weltweit ihre Schatten voraus und drosselt Geschäftsreisen.

Ein spezielles Problem der Golflinien besteht vor allem darin, dass nun chinesische Anbieter die arabischen Musterschüler mit den eigenen Waffen schlagen. Und so sah das Erfolgsrezept aus:

Jede Menge Non-Stop-Verbindungen in alle Teile der Welt, niedrige Kosten, weil man neue Jets hatte und etwas einfacher agierte als die Linien aus der alten Welt, also Europa und den USA. Der Staat stand dahinter, da konnte man diese Dinge mit relativ niedrigen Zinsen finanzieren. Und natürlich sind die Flughäfen entgegen gekommen und verlangten niedrige Gebühren. Das, alles in allem, macht Kostenvorteile von 50 Prozent gegenüber dem aus, was die Europäer hatten. – Rüdiger Kiani-Kreß von der WiWo über die Wettbewerbsvorteile der Golflinien

Kunden allerdings dürfen sich auf günstige Zeiten einstellen freuen: Der wirtschaftliche Sinkflug dürfte zu einem Preiskampf führen, der Kosten fürs Reisen – insbesondere in den südasiatischen Raum – in den nächsten Monaten drücken wird. Für europäische Fluggesellschaften dagegen wird die Konkurrenz jetzt härter.

Rüdiger Kiani-Kreß von der WirtschaftsWocheFür die Kunden ist es schön. Überkapazität heißt: Preiskämpfe. Preiskämpfe heißt: Billige Tickets. Wer schon immer mal nach Ostasien fliegen wollte, findet im nächsten halben Jahr Preise, die es lange nicht gab und die es eine Weile nicht geben wird.Rüdiger Kiani-Kreßist Redakteur der Wirtschaftswoche. 

Wie wurden die Golffluglinien so erfolgreich? Vor welchen Problemen stehen sie jetzt? Und was heißt das für Branche und Kunden? Die Antworten hat Rüdiger Kiani-Kreß, Redakteur der Wirtschaftswoche.


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