Wie transparent sind Unternehmen und Banken?

10.07.2012

Transparency International hat einen neuen Transparenzbericht der 105 größten multinationalen Unternehmen veröffentlicht. Banken schneiden darin besonders schlecht ab.

Transparenz wird bei Unternehmen zunehmend wichtiger. Nichtregierungsorganisationen wie Transparency International haben ein Auge darauf. Foto: © Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

ist Geschäftsführer von Transparency International Deutschland e.V.Dr. Christian Humborgist Geschäftsführer von Transparency International Deutschland e.V. 

Transparency International hat eine Transparenz-Rangliste der 105 größten multinationalen Unternehmen vorgestellt. Zur Transparenz gehört zum Beispiel, dass operative Geschäfte offen gelegt, Verbindungen zu Tochterunternehmen und länderspezifische Investitionen angegeben werden.

Deutsche Unternehmen agieren überdurchschnittlich transparent

Die gute Nachricht ist: die deutschen Unternehmen befinden sich im oberen Mittelfeld. Als Nummer eins in Sachen transparente Unternehmensführung gilt das norwegische Ölunternehmen Statoil. Das teilstaatliche Unternehmen verpflichtet sich selbst zu hohen unternehmerischen Standards.

Unternehmen verpflichten sich selbst zu gutem Verhalten

Die meisten großen Unternehmen geben inzwischen einen jährlichen „Corporate Social Responsibility“ (CSR)– Report heraus. Darin kann jeder einsehen, was die Unternehmen beispielsweise im Bereich Transparenz, Umweltschutz oder Arbeitsschutz unternehmen. Allerdings handelt es sich dabei um eine bloße Selbstverpflichtung.

Gesellschaft kann Druck ausüben

Der kritische Diskurs in der Gesellschaft kann auf Unternehmen wirken. Besonders in Europa herrscht ein hohes Moralempfinden in der Gesellschaft vor. Dieser Druck kann so zum Umdenken bei manchen Unternehmen führen, wie etwa beim Ölunternehmen Shell.

Transparency International hat auf diese CSR-Berichte gesehen und herausgefunden, dass Banken und Versicherungen im Schnitt am schlechtesten abschneiden. Wir sprechen mit dem Geschäftsführer von Transparency Deutschland Christian Humborg über die Untersuchung.