1 Jahr „Wir schaffen das“: Eine Bilanz der Wirtschaftswoche

Was haben wir geschafft?

11.08.2016

"Das Internet ist für uns alle noch Neuland", "Ich halte das Vorgehen für alternativlos" und natürlich "Dann ist das nicht mein Land" sind bekannte Zitate von Angela Merkel. Ihr berühmtester Ausspruch feiert dieser Tage sein einjähriges Jubiläum: "Wir schaffen das!" Gregor Peter Schmitz von der Wirtschaftwoche erklärt uns, welche Auswirkungen er auf die deutsche Wirtschaft und Politik hatte.

Wirtschaft

„Wir schaffen das“

Vielleicht erinnern Sie sich noch an einen Fernsehauftritt Angela Merkels vom Juli des letzten Jahres. Auf einem Bürgerdialog in einer Rostocker Schule hat die Sechstklässlerin Reem sich zu Wort gemeldet und von ihrer Angst vor einer drohenden Abschiebung gesprochen. Merkel streichelte sie, blieb aber hart: Deutschland könne nicht alle Menschen aufnehmen, die sich hier ein besseres Leben erhoffen.

Anderthalb Monate später zeigt sich eine andere Angela Merkel. Auf ihrer jährlichen Sommerkonferenz  nimmt sie sich vor allem Zeit, um über ein Thema zu sprechen: die Flüchtlingskrise. Dort fällt auch der Satz „Wir schaffen das“, der zum geflügelten Wort einer neuen deutschen „Willkommenskultur“ werden soll. Eine Woche später öffnet die Bundesrepublik Deutschland ihre Grenzen und Hunderte jubeln in München den ankommenden Geflüchteten zu.

Ein Jahr später

Seitdem ist viel passiert. Über eine Millionen Geflüchtete sind 2015 nach Deutschland gekommen, dann wurde die Balkanroute dichtgemacht. Außerdem wurde ein Flüchtlingsdeal mit der Türkei geschlossen und eine Reihe von Terroranschlägen haben Europa und Deutschland erschüttert. Trotz „Wir schaffen das“ sind die gesellschaftlichen Ressentiments gegen geflüchtete Menschen angewachsen und die AfD konnte große Wahlerfolge verzeichnet.

Angela Merkels Umfragewerte hingegen befinden sich im Sinkflug. Im Stern-RTL-Wahltrend wünschen sie sich nur noch 46% der deutschen als Kanzlerin, vor der Flüchtlingskrise waren es 60%. Auch die deutsche Wirtschaft blickt nicht mehr ganz so euphorisch wie im letzten Jahr auf die Situation der Geflüchteten in Deutschland:

Gregor Peter Schmitz Foto Dennis DrennerDass der Flüchtlingsstrom eine Frischzellenkur für die deutsche Wirtschaft wird, von dem Gedanken hat man sich mittlerweile verabschiedet.Gregor Peter Schmitzleitet das Hauptstadtbüro der Wirtschaftswoche. 

Über die Frage, warum „Wir schaffen das“ zum geflügelten Wort geworden ist und welche Auswirkungen des Satz auf die deutsche Wirtschaft und Politik hatte, hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler mit Gregor Peter Schmitz gesprochen. Er leitet das Hauptstadtbüro der Wirtschaftswoche.


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