Wirtschaftswachstum: Überhitzt die Konjunktur?

Warum Wachstum nicht nur gut ist

16.06.2017

Deutschlands Wirtschaft boomt, und das schon seit Jahren. Wirtschaftswachstum ist wichtig für ein Land, doch wächst die Wirtschaft zu schnell, kann das negative Folgen haben. Bald auch für Deutschland?

Wirtschaftswachstum: ein wichtiger Faktor

Eine gute Konjunktur ist wichtig für die Wirtschaft eines Landes. Denn wächst die Wirtschaft, fließt Geld in die Staatskasse. Arbeitsplätze werden geschaffen und das Einkommen steigt. Bis zu einem gewissen Punkt des Wirtschaftswachstums verbessert sich die Lebensqualität für die Bürger. Fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt vom Export ab.

Exportmacht Deutschland

Die wichtigsten Exportgüter Deutschlands sind Kraftwagen bzw. Kraftwagenteile, ebenso Maschinen und chemische Erzeugnisse. Diese drei befinden sich auch unter den Top Ten der importierten Güter. Der Großteil des Handels läuft dabei innerhalb der Europäischen Union ab. Allerdings gibt es in Deutschland schon seit Jahren einen großen Exportüberschuss. 2016 betrug dieser 252 Milliarden Euro.

Im Moment ist es so, dass die Wirtschaft stärker wächst, als es langfristig möglich ist. – Torsten Schmidt, RWI Essen

Höher ist nicht immer besser

Mit dem Exportüberschuss steigt auch das Bruttoinlandsprodukt. Von 2014 zu 2015 stieg es um 1,7 Prozent und von 2015 zu 2016 um 1,9 Prozent. Wirtschaftsexperten erwarten, dass es auch weiterhin wächst. Allerdings warnen dabei einige Experten vor einer Überhitzung.

Was das bedeutet und ob das Wirtschaftswachstum gut oder vielleicht doch schlecht ist, weiß Dr. Torsten Schmidt. Er ist Stellvertretender Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Sein Wissen hat er im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Lucas Kreling geteilt.

Torsten_SchmidtEin stärkeres Wirtschaftswachstum ist mit einem höheren CO2-Ausstoß verbunden.Dr. Torsten Schmidtüber die Nachteile eines starken Wirtschaftswachstums. 

Redaktion: Laura Pientka