Was macht der Brexit mit den Börsen?

"Es gibt Prognosen für eine schwere Rezession in Großbritannien"

30.06.2016

Das erfolgreiche Brexit-Referendum wirkt sich nicht nur auf die EU-Politik aus, auch die Wirtschaft wird voraussichtlich leiden. Die vielen Unsicherheiten, die auf Großbritannien und die EU zukommen, haben deshalb auch den DAX auf Talfahrt geschickt. Wir erklären die Entwicklungen an den Börsen in unseren "Wirtschaftsthemen der Woche".

Langsam kehrt wieder Ruhe ein an den Börsen. Eine Woche nach dem Brexit-Votum ist die Londoner Börse wieder etwa auf dem Vorniveau angekommen und auch DAX und Wall Street erholen sich. Dennoch: Viele Investoren sehen die Ruhe als trügerisch an. Denn die Entscheidung der Briten sorgt auch auf lange Sicht für viele Unsicherheiten.

Wir wissen ja nicht genau, wie sich das in den kommenden Monaten und Jahren gestalten wird. Großbritannien muss sich erst einmal stabilisieren und das ist ein schwieriger Prozess. – Dr. Anton Riedl, Wirtschaftswoche

Wirtschaftswachstum könnte Dank Brexit einbrechen

Die mit dem Brexit verbundenen Unsicherheiten für Anleger und die Entscheidung vieler Unternehmen, ihre Standorte notfalls aus Großbritannien abzuziehen, könnten zu Wirtschaftseinbrüchen in der ganzen EU führen. Das prognostiziert auch EZB-Präsident Mario Draghi, denn mit der britischen Wirtschaft hängen viele andere Volkswirtschaften in Europa zusammen – auch die Deutsche.

Investoren verloren zunächst mehrere Billionen Dollar

Unmittelbar nach dem Brexit reagierten die Börsen weltweit heftig auf den Brexit. Weltweit sollen zunächst etwa fünf Millionen Dollar Börsenwert nach dem Referendum verloren gegangen sein. Großbritannien fiel in seinem Status als Wirtschaftsmacht zwischenzeitlich hinter Frankreich zurück, das britische Pfund sackte gar auf den niedrigsten Wert seit 1985 ab.

Über den Brexit und die Folgen für die Börsen hat detektor.fm-Moderator Javan Wenz mit Dr. Anton Reidl, Redakteur bei der Wirtschaftswoche, gesprochen.

Foto: WirtschaftsWocheDieser starke Verlust zeigt, dass hier eine neue Situation eingetreten ist. Die Anleger haben nicht damit gerechnet, dass die Briten für den Brexit stimmen.Dr. Anton Riedlist Redakteur bei der Wirtschaftswoche