Yuan in den Kreis der Welt-Reservewährungen aufgenommen

Ein Plätzchen im Währungskorb

01.12.2015

Dollar, Euro, Pfund und Yen sind die Weltwährungen. Doch jetzt kommt eine Fünfte dazu: die chinesische Währung Yuan. Kommt jetzt die Dollar-Dominanz ins Schwanken? Und was ist dieser Währungskorb eigentlich?

detektor.fm sammelt für eine neue Vormittagssendung


China: die zweitgößte Volkswirtschaft

Nach den USA zählt China mittlerweile zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Aufnahme des Yuan in den Kreis der Weltreservewährungen scheint da ein nur logischer Schritt. Jahrelang hatte sich China um die Aufnahme bemüht.

Dass die nun erfolgt, sei ein wichtiger Meilenstein bei der Integration der Volksrepublik in das Welt-Finanzsystem, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Montag.

Kritik am Yuan

Bisher hat der Internationale Währungsfonds die Aufnahme des chinesischen Yuan abgelehnt, da die Währung zu stark von der chinesischen Regierung kontrolliert wird. So ist der Yuan nicht frei handelbar. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das chinesische Geld im globalen Währungshandel kaum eine Rolle spielt.

Die Kunstwährung des Währungskorbs

Die fünf Weltreservewährungen Dollar, Yen, Pfund, Euro und nun auch Yuan bilden eine Art Kunstwährung, Sonderziehungsrechte (SZR) genannt. Jedes IWF-Mitgliedsland bekommt einen bestimmten Anteil an SZR. Sollten die Devisen eines dieser 188 Länder mal knapp werden, können die SZR beim IWF in Euro oder Dollar getauscht werden. Außerdem sind die SZR auch eine Berechnungsgrundlage für internationale Finanzhilfen.

Die chinesische Währung Yuan ist nun die fünfte Weltreservewährung. Was das ist und was die Aufnahme bedeutet, darüber hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit Henning Vöpel gesprochen. Er ist Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts.

Henning-Voepel-HwwiDer Yuan wurde aufgenommen, um dem Rechnung zu tragen, was sich die ganze Zeit abzeichnet: Das China mittlerweile auch auf den Finanzmärkten ein wichtiger Player ist.Henning VöpelDirektor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) 

Redaktion: Maria Mathias