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Foto: Roman Mikhailiuk | shutterstock.com
Bild: Roman Mikhailiuk | shutterstock.com

Zurück zum Thema | Cradle to Cradle

Ist eine müllfreie Welt möglich?

Ein geschlossener Wirtschaftskreislauf. Das ist die Idee von „Cradle to Cradle“. Dazu gehört, dass Unternehmen Produkte so herstellen, dass sie wiederverwertbar sind. Müll entsteht dabei gar nicht erst. Kann das funktionieren?

„Zurück zum Thema“ bei Daily Drive

Cradle to Cradle – von der Wiege in die Wiege

Die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland ist aktuell so hoch wie nie zuvor. Es gibt viele Ansätze zur Müllreduzierung. Aber: Müll gibt es gar nicht, meint Martin Braungart  – denn in einer perfekten Kreislaufwirtschaft gibt es keinen Abfall. Braungart ist einer der Erfinder des „Cradle to Cradle“-Prinzips. Übersetzt heißt das so viel wie „von der Wiege in die Wiege“.

Aktuell leben wir in einer Wegwerfgesellschaft. Viele Produkte müssen beispielsweise verbrannt werden. Gleichzeitig werden Rohstoffe immer knapper. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough hat Braungart deshalb den C2C-Ansatz entwickelt. Nach dem Vorbild der Natur sollen Rohstoffe nach ihrer Verwendung in geschlossenen Kreisläufe zurückgehen und so wieder und wieder verwendet werden können.

Wir müssen lernen, für die anderen Lebewesen gut zu sein – und nicht weniger schlecht. Für weniger schlecht sind wir zu viele.

Michael Braungart, Chemiker und Entwickler des Konzepts “Cradle to Cradle“

Michael Braungart, Chemiker und Entwickler des Konzepts “Cradle to Cradle"Foto: Anna Bauer

Mehr als Müllvermeidung

Produzieren ohne Müll – das fängt schon beim Produktdesign an. Nach dem C2C-Prinzip sollen Produkte aus Materialien hergestellt werden, die entweder biologisch abbaubar sind oder in technische Kreisläufe zurückgehen können. Beim Designen wird schon mitgedacht, wie die Rohstoffe der Produkte weiterverwendet werden können. So hat Braungart zum Beispiel eine Eisverpackung erfunden, die bei Zimmertemperatur schmilzt und wenn man sie wegwirft, Blumensamen verteilt. Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 11 000 solcher Produkte. In Hamburg wird jetzt sogar das erste C2C-Hochhaus gebaut. Nachhaltigkeit bedeutet aber nicht nur, dass alle Güter biologisch abbaubar sind.

Es ist schön, wenn der Sitzbezug in der ersten Klasse vom Airbus 380 „Cradle to Cradle“-zertifiziert ist. Das macht das Fliegen aber noch nicht nachhaltig.

Henning Wilts, forscht zur Kreislauftwirtschaft am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie

Inwiefern „Cradle to Cradle“ sich von Recycling unterscheidet, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Maureen Welter mit dem Entwickler Michael Braungart gesprochen. Henning Wilts erklärt, wie eine weniger radikale Idee aussehen könnte. Er arbeitet am Wuppertal Institut  für Klima, Umwelt und Energie und forscht zur Kreislaufwirtschaft.

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