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Ist Kurzarbeit die beste Lösung in der Krise?

Die Corona-Pandemie hält nicht nur die Gesundheitssysteme in Atem. Auch die Weltwirtschaft scheint den Halt zu verlieren. Die Regierung greift nun zu einem alten Mittel: Kurzarbeit soll Entlassungen verhindern und Unternehmen entlasten. Doch ist das zu kurz gedacht?

Kürzertreten statt Fliegen

Es mag so manch einem wie ein Déjà-vu erscheinen: Über zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 wächst derzeit wieder die Furcht vor einem wirtschaftlichen Abschwung. Damals ist die deutsche Volkswirtschaft verglichen mit anderen Ökonomien relativ gut durch die Krise gekommen. So scheint es naheliegend, dass Politik und Wirtschaftsvertreter jetzt in denselben Werkzeugkasten greifen wie damals: Kurzarbeit soll die Wirtschaft in der aktuellen Krise stützen.

Kurzarbeit ist tatsächlich ein sehr gutes Modell. In anderen Ländern müssen Mitarbeiter in Krisen direkt gekündigt werden, damit Arbeitgeber Kosten sparen.

Daniel Flohr, Vorstandsvorsitzender der Flugbegleitergewerkschaft UFO

Daniel Flohr, Vorstandsvorsitzender der Flugbegleitergewerkschaft UFO

Bei Einbrüchen der Konjunktur wären viele Unternehmen zu Massenentlassungen gezwungen, um Ausgaben zu senken. Kurzarbeit soll helfen. Ein Unternehmen darf so die Arbeitsstunden seiner Angestellten reduzieren, ohne das volle Gehalt weiter zahlen zu müssen. Anschließend zahlt der Staat den betroffenen Beschäftigten bis zu 60 Prozent ihrer Lohneinbußen.

Unternehmen gehen nicht leichtfertig in die Kurzarbeit.

Julie Christiani, Geschäftsführerin Unternehmensverband AGA

Julie Christiani, Geschäftsführerin Unternehmensverband AGA

Kurzarbeit gegen Corona

Damit die staatlichen Gelder fließen, muss ein Unternehmen gewisse Bedingungen erfüllen. So müssen mindestens ein Drittel der Beschäftigten von der Arbeitsreduzierung betroffen sein. Diese Bedingungen möchte die Bundesregierung wegen der aktuellen Corona-Krise im Eilverfahren lockern. So sollen mehr Unternehmen von Kurzarbeit profitieren. Darüber hinaus soll der Staat in Zukunft von Anfang an auch die Sozialbeiträge der Beschäftigten zahlen. Arbeitgeberverbände fordern außerdem, die maximale Dauer der Kostenübernahme von zwölf auf 24 Monate zu verlängern.

Es kann nicht sein, dass aufgrund so einer Herausforderung wie dem Corona-Virus, Beschäftigung, die eigentlich zukunftsfähig ist, kurzfristig verloren geht.

Alexander Herzog-Stein, Ökonom bei der Hans-Böckler-Stiftung

Alexander Herzog-Stein, Ökonom bei der Hans-Böckler-Stiftung

Aber ist Kurzarbeit wirklich das beste Mittel zur Krisenbewältigung?

detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang hat den Vorstandsvorsitzenden der Flugbegleitergewerkschaft UFO, Daniel Flohr, gefragt, wie sich Kurzarbeit in der aktuellen Krise auf die Beschäftigten bei den Airlines auswirkt. Außerdem erklärt der Ökonom Alexander Herzog-Stein von der Hans-Böckler-Stiftung die Wichtigkeit von Kurzarbeit in der Finanzkrise 2007/2008 und heute. Wieso die Maßnahme aus Unternehmersicht wünschenswert ist, erläutert Julie ChristianiGeschäftsführerin des Unternehmensverbands AGA.