Zwei-Klassen-Internet – Ist die Netzneutralität noch gewährleistet?

12.11.2010

Schon seit Monaten kursieren Gerüchte darüber, dass man zukünftig für Netzinhalte von bestimmter Größe bezahlen muss. Vodafone macht jetzt den ersten Schritt in diese Richtung.

Müssen wir zukünftig für Inhalte im Netz tiefer in die Tasche greifen? /© Philipp Guelland (ddp)

Er ist stellvertretender Chefredakteur beim Magazin c'tJürgen KuriEr ist stellvertretender Chefredakteur beim Magazin c't 

Mitte der Woche verkündete das Mobilfunkunternehmen Vodafone, dass es künftig wieder ein differenzieres Datentarifsystem einführen will – was bedeutet dass wieder nach Datenvolumen und Übertragungsschnelligkeit bezahlt wird.

An sich nichts Ungewöhnliches, zumal Vodafone unter hohem wirtschaftlichen Konkurrenzdruck steht. Doch es werden Stimmen laut, die die Netzneutralität in Gefahr sehen, wenn Netzbetreiber anfangen, verschiedene Datenpakete unterschiedlich zu behandeln. Was bedeutet das? Bisher galt das Prinzip: alle Daten werden nach dem gleichen Schema weitergeleitet ungeachtet des Inhalts und der Größe – genau dieses Grundprinzip des Internets nennt man Netzneutralität.

Doch die Netzbetreiber beklagen zunehmend, dass die wachsenden Datenmassen ihre Leitungen verstopfen – und es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass sie sich daran stören, dass einige Anbieter an den datenintensiven Diensten gut verdienen, während sie die Kosten für den Ausbau der Leitungen tragen.

Ob die Netzneutralität dadurch tatsächlich in Gefahr ist, weiß Jürgen Kuri. Er ist stellvertretender Chefredakteur bei der Zeitschrift c’t und bei detektor.fm im Interview.