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Die Geißel des Früchtekorbs

12.08.2015

Leckereien, Früchtekörbe oder Weingläser. Auf allem, was süßlich duftet, lassen sich Fruchtfliegen im Sommer nieder. Trotzdem kann man die kleinen Plagegeister austricksen. Wie man sie wieder los wird, erklärt Bernhard Finkbeiner von Frag-Mutti.de.

„Eine Fruchtfliege kommt selten allein“

So könnte ein Sprichwort lauten. Denn die kleinen Plagegeister vermehren sich gern explosionsartig. Kaum steigen die Temperaturen, sind sie wieder unterwegs und schwirren um Obstkörbe und Abfalleimer. Die „Drosphila Melanogaster“ – uns allen viel besser bekannt als allgemeine Fruchtfliege – ernährt sich von frischen und eingelegten Früchten. Fruchtfliegen riechen sogar aus mehren Metern Entfernung, wenn etwas faul ist. Denn sie berauschen sich an vergorenem Nektar oder Obst. Sobald sie sich am Obstkorb vergriffen hat und die Früchte matschig sind, bleibt nur noch der Gang zum Müll. Doch häufig ist die Fruchtfliege unser Gast, ohne dass wir es wirklich merken. Manchmal lagern die Weibchen hunderte Eier schon am Obst-Einkauf ab. Wenn das Obst erst einmal befallen ist, dringen zahllose frisch geschlüpfte Fliegenbabys weiter in das Fruchtfleisch vor. Für das Schlüpfen der Minifliegen ist die richtige Temperatur entscheidend. Der aus den Tropen stammende Schmarotzer entwickelt sich besonders gut bei 25 Grad. Deswegen ist im Sommer die Hochsaison der Obstfliege. Bei kühlerem Wetter sind die kleinen Fliegen weniger aktiv.

Des Forschers Liebling

Erstaunlich ist, dass die Fruchtfliege uns Menschen genetisch ausgesprochen ähnlich ist. Molekularbiologen behaupten das jedenfalls und erforschen an den Zwei-Millimeter-Geschöpfen menschliche Krankheiten wie zum Beispiel Parkinson. Die Fruchtfliege ist das erfolgreichste Versuchstier überhaupt. Als Mitbewohner in der Küche dagegen, werden die Insekten der Gattung Drosophila bekanntlich weniger geschätzt. Doch nicht nur genetisch sind die Fruchtfliegen dem Menschen ähnlich. Sie sind nervige kleine Tausendsassa. Genau wie wir können sie alkohol- und kokainabhängig werden, verfügen über einen konstanten Schlaf-Wach-Rhythmus und weisen komplexe Verhaltensrituale auf.

Jagd auf die Fruchtfliege

Zwar sind die Fliegen nicht für den Menschen gefährlich und übertragen keinerlei Krankheiten, doch vor allem in der Sommerzeit schwirren sie in Scharen herum und übertragen unter anderem Fäulnisbakterien und Hefepilze. Ein weit verbreitetetes Hausmittel gegen die Quälgeister ist eine Mischung aus Essig, Obstsaft, Wasser und Spülmittel. Der Frucht-Essig-Geruch lockt die Fliegen an, das Spülmittel verändert die Oberflächenspannung des Wassers, so dass sie einsinken und ertrinken. Der Nachteil ist, durch den Geruch werde Insekten erst recht angelockt. Eine wirkungsvolle Möglichkeit, der Plage Herr zu werden, ist es, den Obstfliegen ihrer Nahrungsquellen zu berauben. Deshalb sollte man in der Sommerzeit keine Früchte und Säfte ungeschützt stehen lassen, sondern alles  gut verschlossen lagern. Leergetrunkene Saftgläser sollten möglichst gleich abgewaschen, Abfälle sofort entfernt und Behälter gereinigt werden.

Wie man die Fruchtfliegen in den Sommermonaten wirksam bekämpft, hat detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm den Mann gefragt, der es wissen muss, nämlich Bernhard Finkbeiner von Frag-Mutti.de.

Carol-Ann Photographywww.carol-annphotography.com/blogWas ich empfehlen kann, ist, sich eine Fruchtfliegenfalle zu bauen. Dazu nimmt man Essig oder Saft und kippt es zusammen mit ein wenig Spülmittel in ein Glas. Von dem Essig werden die Fruchtfliegen angezogen. Die Oberflächspannung der Flüssigkeit wird durch das Spülmittel herabgesetzt. Wenn die Fliegen den Fehler begehen und sich auf die Flüssigkeit setzen, ertrinken sie schließlich. Bernhard Finkbeinerempfiehlt, die Falle nach einer Woche aus hygienischen Gründen zu wechseln.  

Redaktion: Carsten Jänicke