Antritt | Wilfried Schmidt über den Nabendynamo

„Aus der Idee allein kommt kein Licht“

04.11.2017

Strom ohne Stress: Mit dem Nabendynamo ist Fahrradbeleuchtung zuverlässig geworden. Das Prinzip ist schon lang bekannt. Wilfried Schmidt hat es in den 1990er Jahren zum Erfolg gebracht.

Kurze Tage, dunkle Abende: Spätestens mit der gerade vollzogenen Zeitumstellung schalten viele Menschen das Licht an, wenn sie sich auf ihr Fahrrad setzen, um ihre Wege zurückzulegen. Wer das auf einem Alltags-, Trekking- oder Reiserad tut, hat mit großer Wahrscheinlichkeit eine feste Lichtanlage montiert, die von einem Nabendynamo mit Energie versorgt wird. Da legt man maximal noch einen Schalter am Scheinwerfer um, tritt in die Pedale und schon ist Licht satt vor dem Rad, sobald man sich in Bewegung setzt. Doch was heute selbstverständlich ist, ist nicht immer so gewesen.

Nabendynamo löst Seitenläufer ab

Marktfähige Nabendynamos und damit fast sorgenfreies Fahrradlicht gibt es noch gar nicht so lang. Über Jahrzehnte ist Fahrradbeleuchtung vor allem von sogenannten Seitenläufern mit Energie versorgt worden. Das waren diese birnenförmigen Geräte, die bei Dunkelheit mit ihrem Kopf an den Reifen geklappt wurden und über ein Reibrad die Drehbewegung des Rades auf den Generator in ihrem Inneren übertrugen. Bei jedem Wetter entstanden dabei Geräusche, der Fahrwiderstand wurde merklich erhöht. Und wenn es regnete oder schneite, rutschte das Reibrad einfach durch – das Licht am Fahrrad erlosch. Komfortabel und sicher waren die Seitenläufer nicht. Dabei lag das Prinzip Nabendynamo schon einige Zeit in der Schublade, verschiedene Firmen hatten auch schon Nabendynamos produziert. Doch die waren schwer, relativ ineffizient und konnten sich daher nicht durchsetzen.

Nabendynamo setzt sich ab den 1990ern durch

Wilfried Schmidt aus Tübingen hat verstanden, dass mit den wenig bekannten und spärlich erhältlichen Nabendynamos der Zeit die Entwicklung noch lang nicht zu Ende war. Er machte sich daran, den praktischen Generator in der Nabe zu optimieren und somit zur Marktreife zu bringen. Seine Firma Schmidt Maschinenbau hatte zunächst Spezialmaschinen für Musikinstrumente hergestellt, sich dann aber schnell auf hochwertige Nabendynamos und inzwischen auch auf Scheinwerfer und Zubehör spezialisert. Derweil haben Branchengrößen wie Shimano den Nabendynamo auch für weniger anspruchsvolle Radfahrer erschwinglich gemacht.

Wir haben mit Wilfried Schmidt darüber gesprochen, wie und warum er sich dem Nabendynamo gewidmet hat.

Wilfried_Schmidt_privatInzwischen sagen unsere Kunden nicht mehr: Könnt ihr billiger werden? Sondern: Bleibt so gut wie ihr seid.Wilfried Schmidtmacht sich um den Preis seiner Produkte keine Sorgen. 


Der passende Podcast (u.a. Apple Podcast, Deezer und Spotify) mit der gesamten Ausgabe bietet den idealen Soundtrack für das Rad. Antritt ist auch bei Facebook.