AutoMobil | Künstliche Baustellen zur Unfallprävention

Können Baustellen Leben retten?

15.05.2017

Mit Baustellen verbinden Verkehrsexperten eigentlich ein erhöhtes Unfallrisiko. Trotzdem will die Kölner Bezirksregierung nun auf künstliche Baustellen setzen – ausgerechnet, um Unfälle zu vermeiden. Wie hängt das zusammen?

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Kaum jemand kommt auf seinem Arbeitsweg um sie herum: Baustellen. Mehrere Hundert davon legen in ganz Deutschland täglich den Verkehr lahm. Kein Wunder, dass viele Autofahrer sie als besonders nervig empfinden – Verkehrsexperten hingegen halten sie vor allem für gefährlich. Denn rund um Baustellen steigt das Unfallrisiko enorm. Vor allem beim Rein- und wieder Rausfahren kracht es häufig.

Der Spurwechsel ist besonders gefährlich

Das liegt vor allem an den sogenannten Verschwenkungen, also dem oftmals gelb markierten Spurwechsel zum Umfahren der Baustelle. Die Autofahrer sehen sie zu spät und fahren zu schnell auf sie zu. Da passieren die meisten Unfälle. Innerhalb der Baustelle passiert hingegen relativ wenig: die Geschwindigkeit ist gedrosselt, die Spuren schmal – da passen die meisten gut auf.

Man könnte Baustellen auch sicherer gestalten, vielerorts geschieht dies überraschenderweise jedoch nicht. Eine Idee wäre, die Geschwindigkeit nach einer Baustelle nicht sofort wieder zu erhöhen, sondern das Tempo schrittweise anzuheben. Das würde verhindern, dass die Autofahrer schon im Baustellenbereich beschleunigen. Bislang sieht es aber oft so aus, dass nur wenige Meter nach der Behinderung wieder 130 oder gar unbegrenzt gilt. Ein Risikofaktor, der leicht zu umgehen wäre.

Künstliche Baustellen sollen Unfallrisiko senken

Trotz alledem will die Kölner Bezirksregierung nun auf künstliche Baustellen setzen. Das heißt, es soll Ausschwenkungen geben und das Tempo gedrosselt werden – obwohl gar nicht gebaut wird. Erstaunlicherweise will man so ausgerechnet das Unfallrisiko senken. Die Verantwortlichen haben allen Grund, an diesem Konzept festzuhalten, denn: Seit auf dem Autobahnabschnitt gebaut wird, ist die Zahl der Unfälle drastisch gesunken. Auf null. Würde das auch in der nächsten Zeit so bleiben, will man den Zustand so beibehalten.

Die Idee dabei ist nicht nur, Unfälle ganz zu verhindern, sondern auch, das Ausmaß möglicher Crashs zu minimieren. Unfälle innerhalb von Baustellen passieren nämlich häufiger, sind aber weniger schwer.

Können künstliche Baustellen tatsächlich das Unfallrisiko senken und wie kann man sie gestalten, um Unfälle zu vermeiden? Das wollte detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt von Detlev Lipphard wissen. Der ist Referatsleiter für Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat


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