AutoMobil | Warum Motoren schneller warm laufen sollten

Zu teuer zum Erforschen

27.03.2017

Damit Motoren reibungslos laufen, müssen sie erst einmal warm werden. Das allerdings braucht seine Zeit. Auf kurzen Strecken, wie sie viele am häufigsten fahren, ist das kaum zu schaffen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Warmlaufphasen zu verkürzen.

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Ein Großteil der Strecken, die Motoren im Auto zurücklegen, sind relativ kurz. Hier mal ein paar Kilometer zur Arbeit, da mal ein paar Minuten zum Supermarkt. Durchschnittlich legen die Autofahrer nur rund fünf Kilometer in ihrem Fahrzeug zurück.

Schnelle Warmlaufphase, weniger Verbrauch

Damit sich der Motor ordentlich warmgelaufen hat und reibungslos läuft, reicht die Fahrzeit so allerdings oftmals nicht. Bei der einzelnen Fahrt fällt das auch nicht sonderlich ins Gewicht. Fährt man hingegen täglich mit kaltem Motor, könnte man das auf einen langen Zeitraum hochgerechnet durchaus merken. Ist der Motor nämlich nicht warm, verbraucht er mehr Kraftstoff. Grund dafür ist die Reibung, mit der der Motor im kalten Zustand zu kämpfen hat.

Hätten Autos also kürzere Warmlaufphasen, könnte man Kraftstoff einsparen. Das mag vielleicht nur einen kleinen Betrag ausmachen, ist aber trotzdem nicht irrelevant. Denn mit dem Spritverbrauch hängen auch noch andere Faktoren zusammen. Emissionswerte könnten beispielsweise etwas gesenkt werden. Aufgrund immer strengerer Grenzwerte dürfte das vor allem die Autohersteller selbst interessieren. Trotzdem wird bislang nur wenig gemacht, um das Warmlaufen der Motoren zu beschleunigen.

Gezieltes Wärmemanagement

Ideen gäbe es hierzu allerdings einige: Man könnte beispielsweise die Wärme, die ein Auto während der Fahrt produziert, speichern und sie dann beim nächsten Start nutzen, um den Motor zu erwärmen. Trotzdem tut sich bislang eher wenig in der Automobilbranche. Das liegt daran, dass solche Testverfahren im Labor ziemlich viel kosten. Zu viel, um den Nutzen aufzuwiegen.

Die Kosten der Adaptierungsmaßnahmen sind anscheinend immer noch zu hoch, um hier diesbezüglich näher umzusetzen. – Sebastian Salbrechter

Sebastian Salbrechter kennt dieses Problem. In seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er deswegen ein Programm entwickelt, mit dem man den Motorwarmlauf einfach am Computer simulieren kann. So könnte auf eine erhebliche Anzahl an Versuchen auf dem Prüfstand verzichtet werden, gezieltes Wärmemanagement würde sich so auch für die Hersteller lohnen.

Welche Rolle die Warmlaufphase beim Auto spielt und ob auch der Autofahrer selbst etwas tun kann, um seinem Motor ein bisschen einzuheizen, hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron mit Sebastian Salbrechter besprochen. Er ist Teamleiter im Bereich „Sensor Development & Test Rigs“ am Grazer Kompetenzzentrum für Großmotoren.

Sebastian SalbrechterFür die ganz kurzen Distanzen könnte man auch gerne mal das Fahrrad nehmen.Sebastian Salbrechterhat ein eigenes Simulationsprogramm entwickelt. 

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