Bemannte Raumfahrt 2.0

Trumps Eroberung des Weltalls

14.12.2017

Vor rund 45 Jahren hat das letzte Mal ein Mensch einen Fuß auf den Mond gesetzt. Ausflüge auf den Mond scheinen nicht mehr im Trend zu liegen. Das sieht Donald Trump anders: Er will US-Amerikaner wieder auf den Mond schicken. Und nicht nur das.

Hatten wir das nicht schon?

Unter Bush ein ambitionierter Plan, unter Obama ausgesetzt: Die Pläne, erneut Menschen auf den Mond zu schicken, lagen lange Zeit auf Eis mit der Begründung: Da waren wir schon. Das ändert sich nun mit Präsident Trump, der die Amerikaner wieder auf den Mond und auch auf den Mars schicken möchte. Dazu hat er eine entsprechende Direktive unterzeichnet, die die NASA zum Aufbau eines Programms zur Erkundung des Alls beauftragt. Und tatsächlich gibt es auf dem Mond noch viel zu entdecken:

Den Mond kennen wir gar nicht so gut […]. Es gab nur wenige Missionen da hin. Wir kennen eigentlich nur die Vorderseite des Mondes und den auch nur punktuell. – Hansjörg Dittus, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Nur ein symbolisches Kräftemessen?

„Wir sind die Spitzenreiter, wir werden die Spitzenreiter bleiben und wir werden das um ein Vielfaches ausbauen“, so Trump. Dieses neu entfachte Wettrennen um die Vormachtstellung im Weltall erinnert an die Zeit des Kalten Krieges, als der Mond zum Austragungsort eines symbolischen Machtkampfes wurde.

Die Ankündigung Trumps wirkt bisher recht vage, denn ein Zeitrahmen oder ein Budget ist nicht festgesetzt. Es bleibt demnach abzuwarten, ob die ambitionierten Pläne des Präsidenten für die Raumfahrt sich nicht doch als leere Worte herausstellen.

Mensch oder Roboter

Die bemannte Raumfahrt bleibt auch mit fortschreitender Technik nicht ohne Risiko. Doch vielleicht könnten bald Roboter den Menschen ersetzen. Mittlerweile beruhen viele wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Weltall auf Proben, die von Robotern gesammelt wurden.

Die robotischen Möglichkeiten sind schon da […]. Aber Menschen haben einfach eine deutlich bessere Fähigkeit. […] Der Mensch ist dem Roboter ein weit überlegenes Wesen. – Hansjörg Dittus

Über die Zukunft der bemannten Raumfahrt hat detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Hansjörg Dittus gesprochen. Er ist der Raumfahrtvorstand vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

DLR_DittusWenn sie auf den Mond wollen, brauchen sie viel Geld. Und dieses Geld muss man über viele Jahre kontinuierlich zur Verfügung stellen. So etwas über zwei oder drei Jahre auszurufen, ist schon ein sehr kühnes Unterfangen.Prof. Hansjörg DittusRaumfahrtvorstand vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt 

Redaktion: Lara-Lena Gödde