Bienensterben: Aktionsplan zum Artenerhalt

Keine Bienen, kein Leben

28.04.2017

Mit dem Frühling beginnt auch das Summen und Brummen vieler Insekten. Vor allem Bienen sind darunter. Doch dieses Naturkonzert könnte bald leiser werden. 50 Prozent der Bienenvölker in Deutschland haben den Winter nicht überlebt. Ein Anlass zum Handeln.

Bienensterben nimmt zu

Die Anzahl an Bienen, die in diesem Frühjahr gestorben sind, ist laut dem Deutschen Imkerbund außergewöhnlich hoch. Noch empfindlicher als die Honigbiene reagiert die Wildbiene auf Veränderungen der Umwelt. 550 Wildbienenarten leben in Deutschland. 197 von ihnen sind gefährdet. Vor allem in den letzten Dekaden haben immer mehr Bienen die Wintermonate nicht überlebt.

Nationaler Aktionsplan zum Schutz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Aurelia-Stiftung haben deshalb einen nationalen Aktionsplan erarbeitet. Er soll dazu beitragen, das Bienensterben zu stoppen und die Insekten zu schützen.

Gefährdung der Bienen

Die Ursachen für das Bienensterben sind vielfältig und bedingen sich gegenseitig. Die industrielle Landwirtschaft spielt dabei eine große Rolle. Durch den Anbau von Monokulturen können sich die Bienen nur einseitig ernähren. In der Folge wird ihr Immunsystem immer stärker geschwächt und sie sterben an Hunger. Parasiten wie die Varroamilbe, die sich von dem Blut der Bienen ernährt, haben da leichtes Spiel.

Auch der weitverbreitete Einsatz von Herbiziden und Pestiziden ist eine Gefahr für die Bienenvölker. Nehmen die Bienen die darin enthaltenen Giftstoffe auf, stört das ihren Orientierungssinn. Das schadet letztlich auch den Menschen.

Bedeutung der Bienen

Insekten bestäuben fast 80 Prozent der Pflanzen weltweit, Bienen sogar 85 Prozent davon. Sterben die schwarz-gelben Insekten aus, hat das erhebliche Folgen. Die wirtschaftlichen Gewinne durch Bienen liegen im Milliardenbereich. Fällt diese Leistung weg, ergeben sich dadurch große Einbußen, die auch die Landwirtschaft betreffen.

Darüber hinaus sind Bienen auch Teil des Ökosystems. Sie sind selbst Nahrungsmittel für andere Tiere wie Vögel oder Reptilien.

Wir haben einen Rückgang, der die ganze Nahrungskette gefährdet und somit auch zu einem dramatischen Artenverlust führt an anderen Stellen. – Thomas Radetzki, Vorstandsvorsitzender der Aurelia Stiftung

Warum es so wichtig ist, die Bienen zu schützen, und was man gegen ihr drohendes Aussterben tun kann, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Marie Landes mit Imkermeister Thomas Radetzki gesprochen. Er ist Vorstandsvorsitzender der Aurelia-Stiftung.

Redaktion: Charlotte Glück

Foto: Tobias Gerber | www.tobiasgerber.de | Aurelia StiftungWir fordern vom Landwirtschaftsminister, dass er sich in der EU für ein Totalverbot der Neonicotinoide einsetzt, jegliche Anwendung von Glyphosat in blühenden Pflanzenbeständen verboten wird und mittelfristig der Ausstieg von Glyphosat in der Landwirtschaft erfolgt. Thomas Radetzki ist Vorstandsvorsitzender der Aurelia-Stiftung.