CO2-Belastung durch Tourismus

Nachhaltig unter Palmen?

14.05.2018

Der globale Tourismus erzeugt mehr CO2 als bisher angenommen. Eine australische Studie sieht im Konsum vor Ort ein bislang unbeachtetes Problem.

Klimafaktor Tourismus

Dass der weltweite Tourismus der Umwelt schadet, haben schon viele Untersuchungen bestätigt. Einer neuen Studie der Universitiy of Sydney zufolge könnte die Belastung durch CO2 allerdings noch viel größer sein als bisher angenommen.

Die australischen Forscher haben Daten aus 189 Ländern ausgewertet. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass der Tourismus für acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Im Unterschied zu vorherigen Studien bezieht die Untersuchung auch die Verpflegung von Touristen im Urlaubsland in die Berechung ein. Danach liegt Deutschland hinter USA und China auf dem dritten Platz beim CO2-Ausstoß.

Ein Abendessen im Strandrestaurant oder der Helikopter-Rundflug verursachen hohe Treibhausgase. Doch der weitaus größte Klimafaktor bleibt der Flug zum Urlaubsort. Hier sind auch die Reiseanbieter und Fluggesellschaften in der Pflicht.

Die Luftfahrtbranche hat sich selber das Ziel auferlegt, dass die Emissionen nicht weiter steigen. Aber um das Klima wirklich wirksam zu schützen, müsste man die Emissionen auf einen sehr niedrigen Wert reduzieren. Und das ist leider im Flugverkehr noch sehr weit weg. – Niklas Höhne, Klimaexperte

Nachhaltiges Reisen kann CO2 reduzieren

Die Flugreise nach Thailand oder die Autorundreise durch die USA sind ein Traum vieler. Ein Traum, den sich immer mehr Menschen erfüllen können. Die Energiebilanz solcher Reisen sollte allerdings auch Teil der Urlaubsplanung sein.

Der Traum vom weißen Sandstrand und dem beheizten Pool ist also nicht immer umweltfreundlich. Doch kann zum Beispiel jeder Fluggast beim Kauf eines Tickets eine Umweltgebühr entrichten. Und auch die Entscheidung für eine Reise mit dem Zug lässt den CO2-Fußabdruck deutlich sinken. Dies wird umso notwendiger, je mehr Menschen sich in der Urlaubszeit auf den Weg in die Ferne machen.

Wie die australische Studie zu bewerten ist und welche Maßnahmen das Klima schützen können, bespricht detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang mit dem Klimaexperten Niklas Höhne.

TourismusDie meisten Emissionen entstehen durch das internationale Fliegen. Das wird derzeit keinem einzigen Land zugeordnet. Die Organisation, die den internationalen Luftverkehr zusammenfasst, hat sich sehr lange gesträubt, etwas gegen klimaschädliche Gase zu tun.Niklas Höhneist Mitbegründer des New Climate Institute in Köln. 

Redaktion: Patrick Ehrenberg