CO2-Lagerung in der Nordsee möglich?

„Das ist eine Abwägungsfrage“

Um den vom Menschen gemachten Klimawandel aufzuhalten, müssen CO2-Emissionen reduziert werden. Internationale Wissenschaftler haben eine Möglichkeit untersucht, die den Kampf gegen den Klimawandel eventuell unterstützen kann.

CO2-Lagerung bald in der Nordsee?

Die Chancen und Risiken der CO2-Lagerung hat ein internationales Forscherteam untersucht. Diese Forschung möchte eine Antwort darauf geben, was passiert, wenn in die Meeresgeologie gepumptes CO2 entweicht. Die Auswirkungen vom klimaschädlichen Kohlendioxid im Meeresboden haben sie nun in einer Studie veröffentlicht.

Zwischen Schottland und Norwegen haben sie kontrolliert CO2 ins Wasser geblasen. Dazu haben sie einen Tauchroboter 82 Meter unter den Meeresspiegel tauchen lassen. Zwei Meter über dem Meeresboden haben sich die abgelassenen CO2-Gasblasen vollständig aufgelöst.

Eine Erkenntnis: Das klimaschädliche CO2 bleibt in der Nordsee und gelangt nicht in die Atmosphäre. Doch durch das gelöste Gas wird das Wasser sauer. Der pH-Wert des Wassers sinkt und das hat im unmittelbaren Umfeld nachteilige Folgen für die Organismen. Jedoch vermischt sich das saure Wasser rasch durch Bodenströmungen.

Schon seit 1996 wird von der Firma Statoil CO2 in den tiefen geologischen Untergrund unterhalb der Nordsee injiziert. – Prof. Dr. Wallmann, Leiter der Forschungsabteilung Marine Geosysteme am GEOMAR

CO2-Lager? Nein, danke!

Aber es gibt auch Proteste. Schon vor zehn Jahren haben Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein gegen solche CO2-Lager protestiert. Auch aufgrund des gesellschaftlichen Drucks hat die Landesregierung damals per Gesetz die CO2-Lagerung untersagt. Sie kritisieren die Gefährdung durch den Austritt des giftigen CO2. Auch kritisch sehen sie die hohen Energiekosten, die durch das Einfangen des Kohlendioxids entstehen.

Die Schleswig-Holsteiner hatten Angst, das CO2-Klo der Nation zu werden. – Prof. Dr. Wallmann

Über die Erkenntnisse des Forschungsteams und die Zukunft der CO2-Lagerung spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Prof. Dr. Wallmann. Als Projektleiter hat er die Forschung begleitet. Er arbeitet am Helmholtz-Institut für Ozeanforschung Kiel.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZurzeit läuft gerade noch ein zweites Experiment in der Nordsee. Da überprüfen wir nochmal das, was wir bisher herausgefunden haben.Prof. Dr. Wallmannist Chemiker, Ingenieur und Lehrer an der Hochschule Kiel. 

Redaktion: Sören Hinze