Detektor-Empfänger

Was knistert denn da?

14.02.2018

Der Detektor ist nicht nur Inspiration für unseren Sendernamen, sondern auch der Großvater der modernen Radios. Eine technische Spurensuche.

Knöpfe und mysteriöser Ring

Optisch kann ein Detektor mit heutigen Designradios nicht mithalten: Auf einer Platte sind einige Knöpfe und ein mysteriöser Ring angebracht. Was für Laien wie ein primitives Mini-DJ-Pult aussieht, ist jedoch ein weiterhin beliebtes Objekt für Bastler und nostalgische Radioliebhaber. Mit nur wenigen Bauteilen kann man sich sein eigenes Detektor-Radio bauen und damit die Funktionsweise moderner Radios verstehen.

Eine kleine Revolution

Seine Geburtsstunde hat der Detektor in den 1920er-Jahren. Als der Rundfunk noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es damit zum ersten Mal die Möglichkeit, auch zu Hause einem Unterhaltungsprogramm zu lauschen. Auch ist der Detektor günstig und hat den Vorteil, dass er ohne Strom funktioniert.

Man muss immer bedenken, dass das damals für die Leute schon ein Aha-Erlebnis war. Sowas wie Radio gab es vorher nicht. Musik kannte man eigentlich nur als Livemusik. – Bernd Lüke, Leiter des Sammlungsbereichs Kommunikation und Medien beim Deutschen Technikmuseum Berlin

So komfortabel wie heute ist das Radiohören in den 1920er-Jahren aber noch lange nicht. Denn vor dem Hören muss der Sender genau eingestellt werden, was ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert. Außerdem kann man das Programm nur mit einem Kopfhörer hören. Zum gemeinschaftlichen Erlebnis wird das Radiohören dann erst mit der Erfindung des Lautsprechers.

Detektor – ein Fossil?

Das Radiohören mit einem Detektor-Empfänger ist aufwändig und nicht mehr zeitgemäß. Außerdem senden die meisten Sender nicht mehr die Radiowellen aus, die ein Detektor empfangen kann. Deswegen ist das kleine Gerät heute eher ein Museumsobjekt. Dennoch bleibt der Detektor ein Pionier der Radiowelt, der im Laufe der Zeit zum modernen Radio weiterentwickelt worden ist.

Was ist das Besondere an dem Detektor-Empfänger und wie hat man damit in den 1920er-Jahren Radio gehört? Dazu haben wir mit Heinz Maxzin gesprochen. Er ist Radioliebhaber und hat sich seinen eigenen Detektor gebaut. Außerdem hat uns Bernd Lüke vom Deutschen Technikmuseum Berlin die Bedeutung des Detektors in den 20er-Jahren erklärt.

Ein Beitrag von Lara-Lena Gödde.

Mit einem Detektorempfänger konnte ich auch ohne Strom, wenn ich gar nichts hatte, Radio hören. Das war dann natürlich auch in so Notzeiten, wie direkt nach dem Krieg, sehr interessant.Bernd Lükeist Leiter des Sammlungsbereichs Kommunikation und Medien beim Deutschen Technikmuseum Berlin.