Glyphosat: schädlich oder nicht?

Hitzige Debatte um Herbizid

25.02.2016

Der Einsatz von Glyphosat ist umstritten. Es ist eines der meistverkauften Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Frage, ob Glyphosat krebserregend sein könnte, ist seit Monaten umstritten. Warum lässt sich der Nachweis aber so schwer führen?

Im März 2015 hat die Internationale Krebsforschungsagentur einen Bericht veröffentlicht, der das Pestizid Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft. Das Bundesministerium für Risikobewertung sieht das anders – und behauptet nun, das Pflanzenschutzmittel sei nicht gesundheitsschädlich.

Die Lizenz für den europaweiten Einsatz von Glyphosat hätte bereits 2015 auslaufen sollen. Sie wurde durch das Bundesministerium für Risikobewertung nun vorerst bis Mitte 2016 verlängert. Dabei sind die Auswirkungen des Mittels auf die Gesundheit noch nicht geklärt.

Was ist Glyphosat?

Glyphosat zählt zu den sogenannten Breitbandherbiziden. Derzeit werden in Deutschland ca. 39 Prozent der Ackerflächen damit behandelt.

Das Pestizid blockiert ein Enzym, welches Pflanzen für die Proteinsynthese benötigen. Dabei sind nur genetisch veränderte Pflanzen resistent gegenüber der Wirkung des Giftstoffes. Mit anderen Worten: Pflanzen, die nicht speziell gegen Glyphosat immun gemacht wurden, sterben. Auf den mit dem Mittel besprühten Flächen überleben also nur die Pflanzen, die man überleben lassen will.

Meinungen gehen auseinander

Mittlerweile wurden mehrere Studien veröffentlicht, deren Wissenschaftlichkeit von verschiedenen Parteien gleichermaßen entweder unterstützt oder auch angezweifelt wird.

Erst kürzlich beauftragte die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen das Leipziger Unternehmen Biocheck, eine Studie über den Gehalt des Herbizids in Muttermilch durchzuführen. Später wurden noch zwei weitere Unternehmen mit der gleichen Studie betraut: zu einem einheitlichen Ergebnis bezüglich der Glyphosatkonzentration kommen die Studien jedoch nicht.

Auch das Umweltinstitut München behauptet nun, in 14 Biersorten Glyphosat nachgewiesen zu haben. Und auch diese Meldung sorgte für Kritik, unter anderem von Seiten des Deutschen Bauernverbands (DBV).

Eine Problematik, die den bisherigen Studien zugrunde liegt, ist vor allem die unterschiedliche Auffassung darüber, ab welcher Konzentration Glyphosat gesundheitsschädlich sein soll. Alternativen gibt es aber, sagt auch Heike Moldenhauer. Sie ist Leiterin für Gentechnik-Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Mit detektor.fm-Moderatorin Karolin Döhne über den umstrittenen Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft gesprochen.

Glyphosat_Heike_Moldenhauer_PortraitIst Glyphosat verzichtbar? Ja! Die Antwort lautet: Wieder zurück zum konventionellen Pflügen und weg von der Giftspritze.Heike Moldenhauerist Leiterin für Gentechnik-Politik beim BUND.  

Redaktion: Theresa Strohbach