Die Psyche der Klecksbilder: Was sagt uns der Rorschachtest?

08.11.2013

Mit Tintenklecksen den Geist ergründen. So oder so ähnlich funktioniert der Rorschachtest. Zum 129. Geburtstag des Psychiaters Hermann Rorschach fragen wir uns, wie prägend der Kleckstest eigentlich noch ist.

Und was sehen Sie hier? Foto: © Denise Carrasco / flickr.com

Wir kennen das fast alle noch aus dem Kindergarten. Mit Farbe oder Tinte klecksen wir auf ein Blatt Papier, falten es zusammen und sind erstaunt, was dabei für Formen herauskommen. Schnell haben wir uns Schmetterlinge, Gesichter oder Hunde zusammengesponnen.

ist Professor für Psychologie an der Universität Heidelberg.Joachim Funkeist Professor für Psychologie an der Universität Heidelberg. 

Doch das ist die harmlose Variante unserer Phantasie, denn manche erkennen in den Farbflecken nichts Friedliches, sondern wahre Schlachtfelder.

Charakter und Kleckse

Genau von der Interpretation dieser Klecksbilder war Psychiater Hermann Rorschach fasziniert, der heute seinen 129. Geburtstag gefeiert hätte. Er hat daraus den Rorschachtest entwickelt, der angeblich Schlüsse über die geistige Verfassung eines Menschen zulässt.

Der Test ist umstritten und wird in Deutschland kaum noch angewendet. Doch wie hat er die Psychologie geprägt? Darüber haben wir mit Joachim Funke, Psychologie-Professor der Universität Heidelberg, gesprochen.

Wir würden heute sagen, das ist ein Stück aus der Psychologie-Geschichte, aber für die aktuelle, moderne Diagnostik nicht mehr tauglich. – Joachim Funke