Ebola-Epidemie in Westafrika

Wie gefährlich ist der Einsatz von unerprobten Medikamenten?

11.09.2014

Die Weltgesundheitsorganisation befürwortet den Einsatz von noch nicht zugelassenen Medikamenten im Kampf gegen Ebola. Experten befürchten fatale Folgen.

Wie ein Waldbrand, der alles vernichtet, breitet sich die Ebola-Epidemie in Westafrika aus: Die Weltgesundheitsorganisation geht von knapp 2.300 Todesopfern aus – Tendenz steigend. Der liberianische Verteidigungsminister Brownie Samukai fürchtet inzwischen um den Fortbestand seines Landes.

Zugelassene Medikamente fehlen

Dass die Epidemie außer Kontrolle geraten konnte, liegt auch daran, dass Medikamente und Impfstoffe fehlen. Denn bisher gibt es kein zugelassenes Medikament gegen das Virus. Stattdessen werden noch unerprobte – sogenannte experimentelle – Medikamente bei einigen Patienten eingesetzt, wie zum Beispiel das Medikament ZMapp des amerikanischen Pharmaunternehmens Mapp Biopharmaceutical.

Verzweifelte Lage – Gewinnt Ebola?

Es ist ein deutliches Zeichen für die desolate Lage in Westafrika, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Einsatz von experimentellen Medikamenten angesichts der „besonderen Umstände“ befürwortet – obwohl es keine Nachweise gibt, dass sie tatsächlich helfen. „Nach sechs Monaten der schlimmsten Ebola-Epidemie der Geschichte ist die Welt dabei, den Kampf zu verlieren“, sagte Joanne Liu, Präsidentin der WHO, während eines UNO-Treffens zur Epidemie in New York.

„Glücksspiel mit zweifelhaftem Ausgang“

Über die Risiken von experimentellen Medikamenten sprechen wir mit Lars Fischer. Er ist Wissenschaftsjournalist und Mitarbeiter in der Redaktion von spektrum.de, wo er in einem Kommentar den Einsatz von unerprobten Vakazinen als „Glücksspiel mit zweifelhaftem Ausgang“ bezeichnete.

Der Wissenschaftsjournalist Lars FischerUnter den gegenwärtigen Umständen gehen die Mediziner das Risiko ein, dass die Medikamenten-Tests nicht funktionieren und die daraus gewonnenen Daten nicht gut genug sind, um eine Impfkampagne zu starten.Lars FischerWissenschaftsjournalist