Elektronische Gesundheit: Online-Therapie für psychische Erkrankungen

Chatten gegen die Depression

16.07.2014

Psychotherapie im Internet ist in den Niederlanden längst Normalität. In Deutschland wird sie von den Krankenkassen bisher nicht anerkannt. Dass Therapie im Internet wirksam sein kann, darüber sind sich viele Wissenschaftler einig.

Nichts als warten bleibt vielen psychisch erkrankten Menschen, die eine Psychotherapie beginnen wollen. Denn oft beträgt die Wartezeit auf einen Therapieplatz mehr als drei Monate. Gerade in Situationen, wenn dringend Hilfe notwendig wäre, müssen viele Patienten monatelang auf ein Erstgespräch warten.

Internettherapie bei Angststörungen und Depressionen

Therapien über das Internet sollen jetzt Abhilfe schaffen: Über E-Mail und Chat sollen Therapien bei einigen Krankheiten sogar ähnlich gut helfen, wie normale Therapiestunden. In den Niederlanden werden die sogenannten Interapys bereits von Krankenkassen übernommen. Einige Studien belegen die Wirksamkeit der Interapys. Bei Angststörungen und Depressionen seien sie ebenso wirksam wie gewöhnliche Psychotherapien in der Praxis. In Deutschland wird die Internet-Therapie allerdings bisher nicht von Krankenkassen übernommen.

Wir haben über den aktuellen Stand mit der Psychologin Stephanie Bauer vom Universitätsklinikum Heidelberg gesprochen. Sie forscht seit vielen Jahren zu Internet-Therapien.

Foto_S.BauerAus heutiger Sicht würde man sagen, der Face-to-Face-Therapie ist Vorrang zu geben. Ich denke, dass in der Kombination von regulärer und internetbasierter Therapie ein enormes Potential liegt.Stephanie BauerPsychologin, forscht am Universitätsklinikum Heidelberg