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Foto: Lunov Mykola / shutterstock.com

Feinkost | Regionale Superfoods

Hirse statt Quinoa

Leinsamen, Sanddorn, Brennnesseln – vor unserer Tür wachsen jede Menge regionale Superfoods. Und trotzdem boomt der Import von Avocado, Quinoa und Co. Diese Feinkost-Folge dreht sich um die Ökobilanz von Obst und Gemüse.

Präsentiert von

Der Podcast Feinkost wird präsentiert von lidl-kochen.de. Entdeckt über 3.800 leckere und einfache Rezepte, fertige Ernährungspläne und viele weitere spannende Features, wie zum Beispiel einen personalisierten Wochenplan mit integrierter Einkaufsliste.

 

Seit den 2010ern werden sogenannte Superfoods total gehypt. Chiasamen kannte Anfang des Jahrtausends fast niemand in Deutschland, sie wurden erst 2009 überhaupt in der EU zugelassen – und haben seitdem eine steile Importkurve hingelegt. 2013 wurden gerade mal 20 Kilogramm nach Deutschland importiert – 2017 waren es fast 2.000 Tonnen!

Dabei gibt es viele Gründe, den Superfoods eher kritisch gegenüberzustehen.

Exotische Superfoods versprechen für die, die es kaufen, tolle Gesundheitswirkungen, aber für diejenigen, die es anbauen, gehen Superfoods häufig mit starken sozialen Problemen einher.

Kira van den Hövel, Autorin „Super Local Food“

Kira van den Hövel, Autorin "Super Local Food"Samira Kreuels (samiragrafie)

Gemeinsam mit drei anderen Mitgliedern von Slow Food Youth, Felix Buchborn, Meike Fienitz und Stefanie Schäfter, veröffentlichte Kira van den Hövel dieses Jahr das Buch „Super Local Food“. Mit kritischen Hintergrundinformationen zu exotischen Superfoods und Ernährungs- und Rezepttipps zu heimischen Alternativen wollen sie Menschen zum Umdenken bewegen.

Superfoods, die Klimasünder

Viele Superfoods sind richtige Klimasünder – Mandeln zum Beispiel. Eine Mandel benötigt 15 Liter Wasser zum Wachsen. Dabei ist das Wasser in den Anbaugebieten oft knapp. Durch die Superfood-Plantagen bleibt zu wenig Wasser für die Landwirtschaft, die die Bevölkerung vor Ort versorgt.

Außerdem müssen Superfoods von weither zu uns geschifft oder geflogen werden und haben damit eine schlechtere Ökobilanz.

Ökobilanz von Obst und Gemüse

Ökobilanz heißt: Welche Auswirkungen haben die Produkte, die ich kaufe, und mein Verhalten im Alltag auf die Umwelt? Die Ökobilanz unserer Ernährung hängt nicht nur von unserem Avocadokonsum ab, sondern auch, ob wir Fleisch und tierische Produkte essen. Die Ökobilanz einer veganen Ernährung ist deutlich besser. Aber auch die Entscheidung, welches Obst und Gemüse wir kaufen, beeinflusst unseren Fußabdruck.

Tatsächlich ist es am besten, regionale UND saisonale Lebensmittel zu beziehen, denn die Heizkosten spielen eine große Rolle bei der Ökobilanz.

Julia Heinz, Lebensmittelwissenschaftlerin

Julia Heinz, Lebensmittelwissenschaftlerin

Also eine Tomate aus einem deutschen Gewächshaus kann eine schlechtere Ökobilanz haben als eine Freilandtomate aus Spanien.

Hilfreich für einen Überblick, was gerade bei uns Saison hat, sind auch Saisonkalender. Der Kalender der Verbraucherzentrale gibt auch an, welches Obst und Gemüse vom Feld und welches nur gelagert oder aus dem Gewächshaus zu erhalten ist.

In dieser Folge Feinkost spricht die detektor.fm-Moderatorin Dayala Lang über die Ökobilanz von Obst und Gemüse und über regionale Superfoods.