Forscher entdecken Hohlraum in Cheops-Pyramide

Von Pharaonen und Quanten

03.11.2017

Pharaonengrab, Getreidespeicher oder Start- und Landerampe für Außerirdische. Die großen Pyramiden von Gizeh sind nicht nur Gegenstand zahlreicher Spekulationen, sondern sie geben Wissenschaftlern auch immer noch Rätsel auf. Nun entdeckten Forscher einen 30 Meter langen Hohlraum im Inneren der Cheops-Pyramide. Ein bedeutsamer Fund.

Eine Sensation

So ist er, der menschliche Forschungsdrang. Die höchsten Höhen und die tiefsten Tiefen will er entdecken – und die verschlossensten Räume. Deswegen forschen Archäologen bereits seit Jahrhunderten an den Geheimnissen der Pyramiden. Denn was von Menschen erbaut wurde, muss auch durch Menschen zu entschlüsseln sein.

Nun veröffentlichten drei Forscher-Teams aus Frankreich und Japan einen Bericht in der Zeitschrift nature. Demzufolge haben sie einen 30 Meter langen Hohlraum in der Cheops-Pyramide entdeckt. Seit langem hoffen Wissenschaftler, dass sich eine weitere Kammer in der Pyramide befindet. Denn, anders als bei allen anderen Grabkammern, sind in der großen Pyramide bisher keine der üblichen Grabbeigaben gefunden worden.

Das Problem war ja, dass die Cheops-Pyramide quasi komplett leer war. Alles was sich dort befindet, ist der Sarkophag, der fest installiert ist. Es gibt keine Reliefs innerhalb der Pyramide, es gibt auch keine Reliefs innerhalb des Pyramiden-Tempels, so dass man sich etwas mehr Informationen gewünscht hätte. – Dr. Heidi Köpp-Junk

Denkbar wäre, dass es sich bei dem Hohlraum um einen Statik-Raum handelt. Auch das wäre eine wissenschaftliche Neuigkeit, da der Fund neue Aufschlüsse über die architektonischen Kenntnisse der alten Ägypter liefert.

Kosmischer Röntgenblick

Seit 2015 forscht die Organisation ScanPyramids mittels einer Methode aus der Teilchen-Physik weiter nach. Eine gewisse Menge kosmischer Strahlung, sogenannte Myonen, kann durch Gestein gelangen. Die Messung der durchgedrungenen Myonen erlaubt Rückschlüsse über das Innere der Pyramide.

Das Problem ist ja immer, wie schau ich in Stein? Und das Problem scheint ja nun in gewisser Hinsicht gelöst zu sein. – Heidi Köpp-Junk

Bereits 2016 gab es Berichte über einen so gemessenen Hohlraum. Allerdings trafen diese Mutmaßungen auf große Skepsis, da auch Unregelmäßigkeiten im Gestein diesen Befund hätten verursachen können.

Was nun wirklich hinter der Entdeckung steht, wird sich erst zeigen, wenn es gelingt, in das Innere des Hohlraumes zu gelangen. Es bleibt also spekulativ und spannend. detekor.fm-Moderator Christian Eichler hat mit Dr. Heidi Köpp-Junk von der Universität Trier über die Bedeutung dieser Entdeckung und mögliche Funktionen des Hohlraumes gesprochen.

Portrait_Koepp-JunkEs wäre natürlich wünschenswert, dass sich dort Räume befinden, möglicherweise sogar mit Objekten darin. Aber ich denke man sollte die Hoffnung nicht zu hoch hängen. Es kann im wahrsten Sinne des Wortes alles sein - oder nichts. Dr. Heidi Köpp-Junkforscht für den Fachbereich Ägyptologie an der Universität Trier.