HypoWave | Mit Abwasser Gemüse anbauen

Gemüse, das nach Pipi schmeckt?

09.03.2017

In Europa wird fast ein Drittel des Trinkwassers für die Landwirtschaft verwendet. In Deutschland will das Projekt "HypoWave" jetzt gereinigtes Abwasser für den Anbau von Pflanzen nutzen. Wie funktioniert die Wasser-Wiederverwendung?

Wasser – Elixier des Lebens

Nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist Süßwasser. Der Rest ist salzig und damit ungenießbar. Trotzdem verwendet man in Deutschland hauptsächlich Trinkwasser anstelle von gereinigtem Abwasser für den Anbau von Pflanzen.

Der Abwasserverband Braunschweig nutzt seit mehr als 50 Jahren Abwasser in der Landwirtschaft. – Bernhard Teiser, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Braunschweig

Das Problem dabei ist, dass es noch keine einfache Möglichkeit gibt, das gereinigte Abwasser zu hygienisieren. Ohne diese Prozess würden das Abwasser immer noch Bakterien oder Schadstoffe enthalten, die den Pflanzen und dem Menschen schaden.

Projekt HypoWave

Um unsere Wasserressourcen in Deutschland zukünftig zu schonen, gibt es seit September 2016 das Projekt „HypoWave“. Mehr als zwölf Projektpartner etwa Fraunhofer-Institut, TU Braunschweig und Wolfsburger Entwässerungbetriebe  beteiligen sich daran. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert HypoWave finanziell. Drei Jahre lang soll erforscht werden, wie man Abwasser für die Landwirtschaft hygienisieren kann.

Die Pflanzen werden in Hydrokulturen gezüchtet. Die Keime in den Abwässern sollen dabei soweit reduziert werden, dass sie keinerlei Auswirkungen auf den Menschen haben. Außerdem testet man eine passende umweltverträgliche Plane, die nach der Nutzung samt Pflanzenresten kompostierbar ist.

Was ist Hydroponik?

In wasserarmen Regionen in Europa ist die Nutzung von Trinkwasser für die Landwirtschaft besonders problematisch. Aus diesem Grund wird in Spanien schon länger hydroponische Pflanzenzucht betrieben. Das bedeutet, dass man die Pflanzen in riesigen Gewächshäusern anbaut. Sie wachsen dabei jedoch nicht in gewässerter Erde, sondern schwimmen dauerhaft im Wasser. Was zunächst nach einer besonderen Verschwendung der Ressource Wasser klingt, ist tatsächlich wassersparend.

Hydroponik in Gewächshäusern macht Pestizide verzichtbar, da sich kein Ungeziefer in der Erde bilden kann es gibt schließlich keine. Außerdem wachsen die Pflanzen effizienter und sind ertragreicher.

Wie das Projekt HypoWave funktioniert, weiß Bernhard Teiser. Er ist Geschäftsführer des Abwasserverbandes Braunschweig. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Carina Fron erklärt er, wie der Versuch abläuft und ab wann wir mit Gemüse rechnen können, das mit Ab- statt mit Trinkwasser angebaut wurde.

Bernhard TeiserZiel des Projektes soll es sein, aus dem Abwasser eine Nährstofflösung zu entwickeln, sodass die Nährstoffe im Abwasser für die Pflanzenproduktion genutzt werden können. Bernhard Teiserist Geschäftsführer des Abwasserverbandes Braunschweig. Dieser stellt unter anderem Geräte für das Projekt "HypoWave". 

Redaktion: Conny Poltersdorf