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Foto: Viktor Gladkov / shutterstock.com
Bild: Viktor Gladkov | shutterstock.com

Forschungsquartett | Blau-grüne Infrastruktur

Starkregen-Management in Städten

Auch in Deutschland macht sich der Klimawandel bemerkbar: Immer öfter gibt es Starkregen und Dürreperioden. Das ist vor allem in Städten ein Problem. Wie kann dort effizient mit Regenwasser umgegangen werden?

Das Forschungsquartett – dieses Mal in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Überforderte Abwassersysteme, vertrocknete Grünflächen

Eigentlich ist die Infrastruktur in deutschen Städten so angelegt, dass Regenwasser in die Kanäle und Gewässer geleitet wird. Aber auch in Deutschland stellt der Klimawandel die Städte vor neue Herausforderungen. In den letzten zwanzig Jahren hat es in Deutschland mehr als 11 000 Mal Starkregenereignisse gegeben – oft mit großen Sachschäden, weil die Abwassersysteme überfordert waren.

Gleichzeitig war 2020 eines der wärmsten Jahre in Folge und das Stadtgrün trocknet in der Hitze regelrecht aus. Um besser mit Niederschlagswasser haushalten zu können, wird bei der Stadtplanung immer mehr auf eine sogenannte blau-grüne Infrastruktur gesetzt. So auch im größten städtischen Innenstadtquartier, dass ab nächstem Jahr in Leipzig gebaut werden soll.

Wir haben immer mehr mit den Veränderungen des Klimas zu tun. Das heißt, wir haben immer weniger Niederschläge und das führt dazu, dass wir im Sommer einen dringenden Bewässerungswasserbedarf haben.

Prof. Roland Müller, Projektleiter am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Prof. Roland Müller, Projektleiter am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)Foto: UFZ

Blau-grüne Infrastruktur als Modellprojekt

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) koordiniert seit 2019 ein bundesweites Modellprojekt, in dem Technologien für einen effizienten Umgang mit Niederschlagswasser entwickelt werden sollen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig, Wirtschaftsunternehmen und dem Investor soll das neue Stadtquartier möglichst so gestaltet werden, dass das Wasser lokal zurückgehalten und gespeichert werden kann. Durch das sogenannte Schwammstadt-Prinzip kann das Abwassersystem entlastet, die Grundwasserspeicher gefüllt und das Mikroklima verbessert werden.

Die Frage war auch, ob wir nicht aus den Speicher-Retentionsmöglichkeiten heraus zusätzliches Bewässerungswasser für die trockenen Monate zur Verfügung stellen wollen.

Prof. Roland Müller

Wie genau so eine blaugrüne Infrastruktur aussieht, was Baumrigolen sind und warum es nicht nur reicht, neue Technologien zu entwickeln, darüber hat detektor.fm-Redakteurin Luisa Heinrich mit Professor Roland Müller gesprochen. Er ist Umweltbiotechnologe beim UFZ und leitet das Projekt „Leipziger BlauGrün – Blau-grüne Quartiersentwicklung in Leipzig“. Zusammen mit detektor.fm-Moderatorin Leora Koch geht sie in dieser Folge der nachhaltigen, blauen Stadtplanung auf den Grund.