Forschungsquartett | Boden muss geschützt werden

"Neben Klima und Wasser ist der Boden unterbelichtet"

05.12.2017

Täglich werden mehr als 90 Fußballfelder neue Fläche für den Siedlungs- und Verkehrsbau vergeben. Auf die Natur wird dabei kaum geachtet.

Welcher Boden?

Der Boden ist ein wesentlicher Teil unserer Umwelt. Doch denken viele dabei nur an den obersten Teil der Erdkruste. Darunter aber verbergen sich noch sehr viel mehr Schichten. Sie dienen als Filter für sauberes Trinkwasser und beherbergen eine enorme Vielfalt an Organismen. Eine Tatsache, die zu wenig Beachtung findet.

Wenn man es vergleicht, mit der Bedeutung von Klima und Wasser, in der allgemeinen Wahrnehmung, da ist der Boden relativ unterbelichtet. Es ist nicht im öffentlichen Bewusstsein was Böden alles leisten für unsere Umwelt und dem Leben auf der Erde. – Prof. Dr. Hans-Jörg Vogel, Leiter des Departments für Bodensystemforschung am UFZ

Den Boden und dessen wichtige Prozesse mehr in den Fokus zu rücken ist deswegen eine Aufgabe des Bundesforschungsministeriums geworden. Durch das UFZ und unter derzeitiger Leitung von Hans-Jörg Vogel ist die Initiative „BonaRes“ entstanden. Dabei werden im ersten Schritt alle Experimente und Forschungen zum Thema herausgesucht. Im nächsten Schritt werden diese dann in Modellen und Datensammlungen für alle verfügbar und verständlich gemacht.

82902_hans_joerg_vogel600x336pxWenn man die Auswirkungen von landwirtschaftlichen Maßnahmen untersuchen will, braucht man lange Zeitreihen. Davon gibt es viele, allein in BonaRes haben wir 195 ausgemacht in Deutschland. Prof. Dr. Hans-Jörg Vogelist Agrarwissenschaftler und Leiter des Departments für Bodensystemforschung am UFZ. 

Eine natürliche und knappe Ressource

Der Boden ist eine natürliche und endliche Ressource. Zunächst mag das einem komisch erscheinen. Allerdings werden in Deutschland zur Zeit an jedem einzelnen Tag etwa 90 Fußballfelder an neuer Bodenfläche beansprucht. Für das Bundesumweltamt und die Bodenschutz-Kommission war das ein Grund, 2002 eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Bis 2050 sollen keine freien Flächen mehr vergeben werden. Auch das UFZ  hilft dabei, verbindliche Regelungen zu finden, die Einsparungen ermöglichen.

128104_BovetEs gibt das Forschungsvorhaben, dass Flächen mithilfe von Zertifikaten vergeben werden. Damit entsteht eine gewisse Neuordnung der Flächen in Deutschland, aber insgesamt ist damit gewahrt, dass das Ziel der Bodenschutz-Kommission gewahrt bleibt.Dr. Jana Bovetist stellvertr. Leiterin des Departments für Umwelt- und Planungsrecht 

Wie diese Projekte genau funktionieren und wie dadurch der Boden besser geschützt werden könnte, hat detektor.fm-Redakteur Merten Waage mit den Wissenschaftlern des UFZ besprochen:


Das Forschungsquartett in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung


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