Forschungsquartett | Gedächtnis-Training

"Jeder kann sein Gedächtnis verbessern"

30.01.2018

Gedächtnis-Training ist unter Wissenschaftlern umstritten. Kann man das Gehirn tatsächlich wie einen Muskel trainieren?

Gehirnjogging

Gerade im Alter scheint die Gedächtnis-Leistung immer weiter nachzulassen. Das Gehirn braucht meist länger, um sich an Kleinigkeiten zu erinnern. In einigen Fällen gehen Erinnerungen sogar ganz verloren. Viele Gehirnjogging-Programme versprechen ein besseres Gedächtnis. Helfen tun dabei aber nur wenige, denn sie zielen oft nur auf stures Auswendiglernen. Das reicht nicht, um das Gehirn auf Trab zu halten. Aufmerksamkeit und Konzentration sind für Wissenschaftler mindestens genauso wichtig.

Studien haben gezeigt, dass Bewegung das Lernen besonders effizient macht. Gehirnjogging verstehen die Forscher also eher wörtlich. Bei Mäusen konnte etwa gezeigt werden, dass wenn sie sich ständig Bewegen der Verfall der Stammzellen nicht auftritt.

Nicht immer 100 Prozent

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Training des Gehirns nur im Alter passieren sollte. Die breit angelegte Cogito-Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hat zum Beispiel gezeigt, dass Gedächtnistraining das Gehirn sowohl von jungen als auch von älteren Studienteilnehmern auf Trab hält. Dabei schnitten allerdings die älteren Probanden besser ab als die jüngeren. Sie haben bei der Gedächtnisleistung weniger Leitungsschwankungen gezeigt.

Dennoch sind generelle Leistungsschwankungen völlig normal. Ob man solchen unterliegt und wie stark diese sind, kann jeder Einzelne laut den Forschern allerdings nur schlecht selbst einschätzen.

Gedächtnis-Training

Um sich einen Namen merken zu können, kann es zum Beispiel sinnvoll sein, sich ein Bild zu diesem Namen vorzustellen. Wenn jemand „Bauer“ heißt, stellt man sich dazu einen Landwirt vor. Bei den sogenannte Mnemotechniken verwandelt man abstrakte Informationen in Bilder. So eine Verknüpfung hält sich länger im Gedächtnis. Ähnlich ist es auch beim Spracherwerb. Auch kleine Übungen, wie das Telefonieren mit Freunden und Bekannten sind gut fürs Gehirn.

Bei der Routen-Methode verknüpft man Worte, die man lernen möchte, mit Gegenständen oder Wegpunkten auf einer bekannten Route. Bei Instrumenten hingegen kommt es sehr darauf an, Bewegungen zu wiederholen und sich eine gewisse Routine anzueignen.

Was ein gutes Gedächtnis-Training ausmacht, hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron Dr. Boris Nikolai Konrad gefragt. Er ist Neurowissenschaftler und Weltmeister im Namenmerken.