Forschungsquartett | Gefühlte Gesundheit

Zustand hat sich verschlechtert

07.03.2019

In den vergangenen 25 Jahren hat sich die gefühlte Gesundheit verschlechtert. Insbesondere die Männer in Ostdeutschland liegen im Vergleich weit zurück. Wie wird sowas gemessen und was sagen die gesammelten Ergebnisse aus?

Neue Erkenntnisse

„Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Gesundheit von 0 bis 10?“ Diese Frage wird beim Sozio-oekonomischen Panel (kurz SOEP), einer repräsentativen Wiederholungsbefragung seit 1984 etwa 30.000 Personen gestellt. Dabei kam heraus, dass sich die gefühlte Gesundheit in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. Obwohl es sich um eine subjektive Einschätzung handelt, muss man dieses Ergebnis ernst nehmen.

Wir wissen aus früheren Studien, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der selbst eingeschätzten Gesundheit und der von Ärzten diagnostizierten Krankheiten gibt. – Mine Kühn vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung

Daher kann man davon ausgehen, dass die in der Studie zusammengetragenen Daten ein valider Indikator für die tatsächliche Gesundheit in Deutschland sind.

Unterschiede zwischen Ost und West, Männern und Frauen

In der Studie wurden außerdem die Angaben von Männern und Frauen sowie zwischen Ost- und Westdeutschland verglichen. Ein Ergebnis war, dass ostdeutsche Männer sich im Vergleich zu den anderen Gruppen weniger gesund fühlen.

Eine mögliche Erklärung ist, dass die politischen und sozialen Veränderungen der Wiedervereinigung mehr Stress bedeutet haben. – Mine Kühn

Eine weitere Erkenntnis ist, dass Frauen in den vergangenen Jahren aufgeholt haben. Sie fühlen sich gesünder. Im Westen haben sich die Werte zwischen Männern und Frauen dabei angegelichen, während die Frauen im Osten die Männer überholt haben.

Über die gefühlte Gesundheit hat detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Mine Kühn gesprochen. Sie ist Forscherin am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock.

picMine2018Wir wissen aus früheren Studien, dass zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder auch anhaltende wirtschafliche Unsicherheit bei Männern zu ungesundem Verhalten führen kann.Mine KühnForscherin am Max-Planck Institut für demografische Forschung 

Redaktion: Jonathan Deupmann


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