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Bild: Savchenko | shutterstock.com

Forschungsquartett | Geschichtstourismus

Verfälscht Geschichtstourismus die Geschichte?

Ob in Kairo, Moskau oder Berlin: Im Urlaub wollen immer mehr Menschen Geschichte erleben. Der Geschichtstourismus boomt. Aber was macht der Hype mit der Geschichtsvermittlung und welche Auswirkungen hat er auf die lokale Bevölkerung?

Flucht in die Vergangenheit

Ob in die Zeit der Maya in Mittelamerika, ins alte Ägypten oder ins römische Reich: Im Urlaub wollen viele Menschen nicht nur an einen anderen Ort reisen, sondern auch in eine andere Zeit. Auf unseren Reisen suchen wir nach einem Ort, an dem andere Dinge erlaubt sind, meint der Historiker Valentin Groebner. Er geht davon aus, dass es diese Sehnsucht nach einem unbekannten Paradies ist, die das historische Interesse während Reisen hervorruft.

Der Geschichtstourismus-Boom

Aber es ist nicht nur die Suche nach dem Paradies, die den Geschichtstourismus boomen lässt. Auch unsere Faszination mit „dunkler Geschichte“ trägt dazu bei. Immer mehr „Schattenorte“, also Orte des Grauens, wie zum Beispiel Konzentrationslager, Bunker oder Gefängnisse, werden vermarktet und touristisch erschlossen.

Seit der Jahrtausendwende gibt es einen allgemeinen Geschichtsboom. Dieses Bild zeigt sich zumindest, wenn man sich unterschiedliche populäre Medien anschaut: Es gibt immer mehr Geschichtsfilme, Zeitschriften, Museen und Themenparks, also das, was man als Histotainment bezeichnen kann.

Sabine Stach, wissenschaftliche Mitarbeterin am Leibniz Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas

Sabine Stach, wissenschaftliche Mitarbeterin am Leibniz Institut für Geschichte und Kultur des östlichen EuropasFoto: Fruzsina Müller

Geschichtstouristische Angebote können ein historisches Interesse bei den Konsumenten und Konsumentinnen wecken und können eine gute, abwechslungsreiche Ergänzung zur geschichtlichen Schulbildung sein. Die Kommerzialisierung von historischen Orten kann jedoch auch Probleme mit sich bringen.

Welche Gefahren der Geschichtstourismus für die Geschichtsvermittlung birgt und welche Nachteile er für die lokale Bevölkerung haben kann, hat Sabine Stach vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas detektor.fm-Redakteurin Marita Fischer in der neuen Folge vom „Foschungsquartett“ erklärt. 

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