Forschungsquartett | Das Grünbuch Citizen Science

Die Neugier der Bürger

31.03.2016

Feldforschung greift immer öfter auf Bürger zurück, die Forscher mit Daten versorgen oder Daten auswerten. Citizen Science ist in der Welt der Universitäten und Forschungszentren angekommen. Ein Grünbuch sucht nun neue Wege in der Kooperation zwischen akademischer Wissenschaft und Bürgerforschung.

Citizen Science ist mehr als Datensammeln

Menschen rennen mit Schmetterlingsnetzen über Berge oder zählen die Vögel im heimischen Wald. Hobby-Astronomen suchen in der Nacht nach unentdeckten Himmelskörpern. Und wieder andere durchforsten Briefe und Fotos ihrer Familie auf der Suche nach der eigenen Geschichte. Dank „Citizen Science“ fallen dabei für Wissenschaftler zahlreiche nützliche Daten an.

Interessant sind aber auch die Fragen, die die Bürger an die Welt haben und die sie alleine nicht beantworten können. Oder ihre Ideen, wie sich diese Fragen beantworten lassen. Wissenschaftlich ausgedrückt: Es geht um das Forschungsdesign.

Der Elfenbeinturm öffnet die Pforten

Unter dem Titel GEWISS (BürGEr schaffen WISSen) haben sich nun Institutionen des Wissenschaftsbetriebs in Deutschland zu einem Konsortium zusammengeschlossen. Ziel ist es, die Bürgerforschung stärker in die Welt der akademischen Forschung zu integrieren.

Meilensteine sind aktuell die Herausgabe des Grünbuchs „Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland“ und die Website buergerschaffenwissen.de, auf der sich Interessierte über aktuelle Projekte informieren können.

Wie sich die Wissenschaftler eine stärkere Bürgerbeteiligung und eine zukünftige Öffnung der akademischen Forschung für Bürgerforscher vorstellen, darüber hat detektor.fm-Redakteur Mike Sattler mit Anett Richter vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDIV) gesprochen.

anett_4c-1Die Bürger möchten mehr, als nur bei der Datensammlung involviert werden. Sie möchten auch die Fragestellung mit formulieren. Sie möchten gesellschaftsrelevante Fragen aufgreifen und sie der Wissenschaft mitteilen.Dr. Anett Richter vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung. Foto: Florian Pappert 

Redaktion: Mike Sattler