Forschungsquartett | Das Internet der Dinge im Living Lab

Wie wir vernetzt leben wollen

23.06.2016

In einem kleinen Laden in der Chemnitzer Innenstadt forschen Wissenschaftler der TU Chemnitz für das zukünftige Internet der Dinge. An der Diskussion sollen sich alle Generationen beteiligen können. Wie funktioniert das Forschungsprojekt?

Nebeneinander wird Miteinander das ist der Titel eines Projekts der TU Chemnitz. Dahinter steht ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Design, Ingenieurwissenschaften, Informatik und Soziologie. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung untersuchen die Forscher die Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel.

Das Ziel des fünfjährigen Projektes: Die Technik für das Internet der Dinge anwenderorientiert und partizipativ zu entwickeln, also mit den Menschen. Außerdem untersucht das Projekt, welche Möglichkeiten smarte Technik einer immer älter werdenden Gesellschaft bieten kann.

Alle(s) vernetzt im Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge steht für eine erleichterte Kommunikation. Angefangen bei Fitnessarmbändern bis hin zu ganzen Smart Homes könnten Geräte, die untereinander vernetzt sind, das Leben in Städten, Wohnvierteln und Häusern schon bald sehr stark verändern.

Das Projekt der TU Chemnitz untersucht diese erleichterte Kommunikation auch mit der Perspektive des demografischen Wandels. Smarte Umgebungen könnten älteren Menschen mehr Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen sei es durch einfacheren Austausch mit den unmittelbaren Nachbarn oder die Kommunikation mit weit weg lebenden Bekannten.

Damit das gelingt, sollen Produkte zusammen mit Zielgruppen aus allen Generationen entwickelt werden. Vor allem ältere Menschen müssen dafür „abgeholt“ und an die neue Technik herangeführt werden. Dabei stehen Vertrauen in die Technik, aber auch der kritische Umgang mit ihr im Fokus.

Living Lab in der Innenstadt

Das Living Lab in einem kleinen Laden der Chemnitzer Innenstadt dient als Raum für gegenseitigen Austausch und Kritik. In Gruppendiskussionen, Vorträgen und Workshops wird der Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern hergestellt.

Das Projekt soll auch ein Grundverständnis für smarte Vernetzung schaffen. Das partizipative Forschungsdesign soll dafür sorgen, dass Bedürfnisse bei den Menschen erkannt werden und sich in der Technik später wiederfinden. Im Gegensatz zur Produktentwicklung mit Markt- und Akzeptanzforschung sollen von Beginn an technische Möglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden. Damit das Internet der Dinge die Menschen vernetzt und nicht ausschließt.

detektor.fm-Redakteur Konstantin Kumpfmüller hat das Living Lab in Chemnitz besucht. Er hat sich von Arne Berger das Projekt „Nebeneinander wird Miteinander“ erklären lassen.

Projektleiter Arne BergerZu verstehen, was Menschen haben wollen und brauchen, ist der größte Teil des Designprozesses im Living Lab. Arne BergerLeiter des Projekts "Nebeneinander wird Miteinander". Foto: Jan-Philipp Stein