Forschungsquartett | Kaffee-Mythen und Studien

Abwarten und Kaffee trinken

24.09.2015

Kaffeeliebhaber müssen kein schlechtes Gewissen mehr haben. Die guten Eigenschaften von Kaffee werden auch von vielen wissenschaftlichen Studien bestätigt. So beugt ein moderater Kaffeekonsum gleich mehreren Krankheiten vor.

Nicht Mineralwasser, nicht Bier, sondern Kaffee ist das liebste Getränk der Deutschen. Denn im Durchschnitt trinkt jeder im Jahr 150 Liter des schwarzen Bohnengetränks. Trotzdem hängt dem Kaffee ein schlechter Ruf an. Zu unrecht?

Mythen über Kaffee

Einige Mythen und Halbwahrheiten über Kaffee halten sich hartnäckig. Lange Zeit ist dem Heißgetränk beispielsweise nachgesagt worden, dass es dem menschlichen Körper Wasser entzieht und ist deswegen aus der täglichen Flüssigkeitsaufnahme herausgerechnet worden.

Tatsächlich trägt der Kaffee, wie jedes andere Getränk, zum Flüssigkeitshaushalt des Körpers bei. Kaffee ist ein Genussmittel, das die Meisten für den Geschmack und seine anregende Wirkung trinken. Dabei hat Kaffee lange als schädlich und ungesund gegolten.

Der Grund dafür: Eine weitere Halbwahrheit, die sich selbst in den Köpfen von Kaffeetrinkern hartnäckig hält: Koffein macht süchtig. Viele sind sich deswegen sicher, dass sie abhängig vom Wachmacher sind und deswegen nicht mehr aufhören können.

Der Körper gewöhnt sich an die regelmäßige Zufuhr von Koffein, er ent­wickelt eine Toleranz. Eine Abhängigkeit oder Sucht ist das aber nicht. Wer den Kaffee absetzt, bekommt deswegen Kopfschmerzen, aber braucht keinen Entzug. Nach wenigen Tagen ist diese Koffein-Toleranz des Körpers auf den Ursprungszustand „zurückgesetzt“.

Kaffee: Risiko oder Nutzen?

Die Wahrnehmung von Kaffee hat sich gedreht. In jüngerer Vergangenheit hat sich in der Wissenschaft durch eine Vielzahl von Studien eine positive Wahrnehmung etabliert. So verringern drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das hat eine Meta-Analyse von 36 Studien mit zusammengenommen über 1,2 Millionen Studienteilnehmern ergeben. Auch die Risiken für Schlaganfälle und Herzversagen sinken mit einem moderaten Kaffeekonsum.

Doch nicht nur das: Kaffetrinker reduzieren auch ihr Risiko für Diabetes Typ II. Bei neuronalen Erkrankungen deutet sich ebenfalls ein positiver Einfluss von Kaffee an: Wer regelmäßig Kaffee trinkt, könnte seltener an Alzheimer oder Parkinson erkranken.

Kaffee hat einen schlechten Ruf, dabei beugt er mehreren Krankheiten vor. Mit den Mythen und neuen Erkenntnissen der Wissenschaft rund um Kaffee haben sich Sandro Schroeder und Marcus Engert auseinandergesetzt.