Forschungsquartett | Langzeitstudie über kriminelles Verhalten bei Jugendlichen

Jugendkriminalität - Ein Problem löst sich von selbst?

05.06.2014

Eine nun veröffentlichte Langzeitstudie zeigt: Jugendkriminalität ist ein ganz normales, vorübergehendes Phänomen und harte Strafen schaden eher.

Jugendliche Räuber: Von den 430.000 tatverdächtigen Jugendlichen im Jahr 2013 haben etwa 13.000 einen Raub begangen. (Quelle: BKA). Foto: ssoosay | flickr.com | Lizenz | CC BY 2.0

Jugendkriminalität – ein viel diskutiertes Thema in Deutschland. Wie soll man mit delinquenten Heranwachsenden umgehen?

Härtere Strafen oder Gewaltprävention und erzieherische Ansätze?

Härtere Strafen wurden erst kürzlich umgesetzt: 2013 führte die damalige Bundesregierung den so genannten Warnschussarrest ein, um Jugendliche abzuschrecken.

In einer Langzeitstudie der Uni Münster und der Uni Bielefeld untersuchen die Forscher Jugendkriminalität schon seit über 10 Jahren.

Die Wissenschaftler um den Kriminologen Klaus Boers (Uni Münster) und den Soziologen Jost Reinecke (Uni Bielefeld) begleiteten Schüler aus Duisburg seit der 7. Klasse. Mittlerweile sind die Probanden im Ausbildungs- und Berufsleben.

So konnten die Forscher einen umfassenden Einblick in das Kriminalitätsverhalten junger Heranwachsender gewinnen.

Der Warnschussarrest setzt den falschen Akzent, weil die Jugendlichen in eine Gegend hineinkommen, wo die delinquenten Normen eher noch verstärkt werden. – Jost Reinecke

detektor.fm-Reporter Max Heeke hat den Soziologen Jost Reinecke getroffen und mit ihm über die Studie gesprochen.

Aber zuerst muss er ein Geständnis ablegen.

forscht seit Jahren zur Jugendkriminalität. Foto: Max HeekeKriminalität gehört eigentlich im normalen Sozialisationsprozess für Jugendliche dazu.Jost Reineckeforscht seit Jahren zur Jugendkriminalität