Forschungsquartett | MONERIS: Modell zur Messung der Wasserqualität

Wie gelangen die Nährstoffe ins Wasser?

17.07.2014

Wie kann man die Qualität von Gewässern messen und verbessern? Mit dem Modell MONERIS lässt sich untersuchen, wie Gift- und Nährstoffe in Gewässer gelangen. Und man kann spielerisch erleben, wie sich die Wasserqualität steigern lässt.

Blick auf die Weiße Elster in Leipzig. Der Fluss hat sich in den vergangenen 20 Jahren von übermäßig verschmutzt auf mäßig belastet verbessert. Quelle: Wasserqualität.de Foto: Max Heeke

Gewässer – unverzichtbare Ökosysteme

Sie bieten Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen. Dem Menschen dienen sie als Erholungsorte, Trinkwasserquellen und Transportwege: Flüsse und Seen.

Diese Leistungen können unsere Gewässer aber nur erfüllen, wenn ihre Nährstoffkreisläufe funktionieren.

Stickstoff, Phosphor, Calcium und Co. stehen am Anfang der Nahrungskette und bilden den Nährboden für Algen, Krebse und Fische.

Gewässer stehen auch in enger Wechselwirkung mit der unmittelbaren Umgebung: sie reagieren auf ein Übermaß an Nährstoffen und den Zufluss von Giftstoffen und verlieren schlimmstenfalls ihre Qualität – etwa als Badegewässer oder eben als Lebensräume.

Moneris – wie die Nährstoffe ins Wasser kommen

Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben das Modell MONERIS erarbeitet. Damit können sie untersuchen, welche und wie viele Nähr- und Giftstoffe in Gewässer gelangen.

Quellen, die das System mit Informationen füttern, gibt es genügend: es geht um Dränagen, Düngereinsatz, Kanalisationssysteme, Kläranlagen und viele mehr.

Diese Informationen liefern die Grundlage für politisches Handeln. Verschiedene Umweltministerien und das Umweltbundesamt kooperieren mit dem IGB. Im Verbund mit anderen Messmethoden können Entscheidungsträger aktiv werden.

Selbst entscheiden – zumindest spielerisch

Um das Thema zu veranschaulichen hat das IGB ein frei zugängliches Online-Spiel entworfen. In ‚Moneris Mayor‘ schlüpft man in die Rolle des Bürgermeisters und soll die Qualität des stadtnahen Flusses verbessern. Das freut die Bürger- aber nicht immer die Stadtkasse. Und manchmal muss man Kompromisse eingehen.

detektor.fm-Redakteur Max Heeke hat mit dem Forscher Markus Venohr vom IGB gesprochen und sich als Bürgermeister in ‚Moneris Mayor‘ an der Rettung des Flusses versucht.

Markus Venohr (IGB) Foto: Andy KüchenmeisterEs dauert einfach sehr, sehr lange bis die Nährstoffe aus dem Boden, aus dem Grundwasser und aus den Sedimenten entfernt worden sind.Markus Venohrleitet die Projektgruppe 'Nährstoffbilanzen in Flusssystemen' am IGB