Forschungsquartett | Monogamie bei Tieren

Liegt der Schlüssel in den Genen?

28.03.2019

Monogamie ist in unserer Gesellschaft die akzeptierteste Beziehungsform. Tiere hingegen binden sich nur selten an einen einzigen Geschlechtspartner. Doch auch im Tierreich bleibt man sich zuweilen treu. Was diese Tiere gemeinsam haben, zeigt eine Studie aus Texas.

Monogamie bei Tieren

Am Ende lässt sich alles, womit sich die evolutionäre Biologie beschäftigt, auf die Fortpflanzung herunterbrechen. Je mehr Nachwuchs, desto besser – das ist das entscheidende Prinzip hinter der Evolution. Umso erstaunlicher scheint es, dass sich im Laufe der Geschichte auch die Monogamie als mögliche Form des Paarungsverhaltens entwickelt hat.

Denn nicht nur der Mensch lebt monogam, auch in der Tierwelt gibt es exklusive Bindungen. Immerhin zehn Prozent der Säugetiere leben monogam. Bei Vögeln handelt es sich sogar um 90 Prozent der Tiere. Und das, obwohl es für die Fortpflanzung effektiver wäre, sich mit möglichst vielen anderen Geschlechtspartnern zu paaren, um Nachkommen zu zeugen.

DieterLukasEs gibt eine Antilopenart in Afrika, wo sobald das Weibchen pinkelt, er darüber pinkelt, um den Geruch zu verdecken. Also Eifersucht ist vielleicht der falsche Begriff, aber diese Idee, dass da Konflikte sind, und dass das vielleicht nicht immer von beiden Seiten gewollt ist, dass da nur ein Partner ist, die gibt es bei den Tieren auch.Dieter Lukasforscht am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. 

Das Geheimnis der Paarbindung

Evolutionär gesehen hat die Monogamie zumindest einen Vorteil. Wenn sich beide Elternteile um Nachkommen kümmern, dann sind die Überlebenschancen für die Kinder höher.

Bei den Vögeln kann das Männchen auf dem Ei sitzen, kann Futter bringen, da kann das Männchen wirklich etwas beisteuern. – Dieter Lukas, Wissenschaftler am Institut für Evolutionäre Anthropologie am Max-Planck-Institut Leipzig

Dennoch ist die Monogamie relativ neu in der Evolutionsgeschichte. Und wie genau sie entstanden ist, ist bis heute unklar.

Wissenschaftler der Universität Texas in Austin haben möglicherweise etwas Licht ins Dunkel gebracht. Bei einem Vergleich unterschiedlicher monogamer Tierarten haben sie herausgefunden, dass bestimmte verhaltenssteuernde Gengruppen Ähnlichkeiten aufweisen. Und das bei Tieren, die nichts miteinander gemeinsam haben, wie Frosch, Maus und Fisch.

Über die Ergebnisse der Studie, die Merkmale der Monogamie bei Tieren und was sich anhand dessen über die menschliche Monogamie sagen lässt, darüber sprechen detektor.fm-Moderator Christian Erll und Eva Weber. Sie hat den Evolutionsbiologen Dr. Dieter Lukas am Max-Planck-Institut in Leipzig besucht.


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