Play
Mit der neuen Ultraschall-Diagnostik ist es möglich, auch die internen Abläufe des Herzmuskels darzustellen. Damit können neuen Behandlungsmethoden zum Beispiel gegen Kammerflimmern entwickelt werden. Foto: Illus Man | Shutterstock
Bild: Illus Man | shutterstock.com

Forschungsquartett | Neue Ultraschalldiagnostik für Kammerflimmern

„Ein Meilenstein in der Medizin“

Eine der häufigsten Todesursachen der Welt – der plötzliche Herztod – wird meist ausgelöst durch Kammerflimmern. Dank einer neuen Ultraschalldiagnostik ist es nun möglich, das Phänomen besser zu verstehen.

Was passiert beim Kammerflimmern?

Der plötzliche Herztod kommt in der Statistik der häufigsten Todesursachen noch vor Krebs oder Schlaganfällen. Bisher gab es nur Theorien dazu, was dabei im Herzen, beim sogenannten Kammerflimmern, passiert.

Also, man hatte sich vorgestellt, dass wie in Wirbelstürmen sich chaotisch bewegende Erregungswellen über den Herzmuskel laufen und zu Kontraktionen führen, und weil das an verschiedenen Stellen ganz ungeordnet passiert, kann das Herz nicht mehr pumpen. – Stefan Luther, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Durchbruch in der Bildgebung

Bisher hat die Forschung vor allem mit Informationen gearbeitet, die auf optischen Messungen beruhen. Allerdings kann man darüber nur die Herzoberfläche beobachten. Mit einer neuen Ultraschalldiagnostik ist es nun möglich, die genauen Vorgänge im Herzmuskel darzustellen.

Und daraus lassen sich nicht nur Erkenntnisse über die Ursachen von Kammerflimmern gewinnen, sondern vor allem auch über neue Behandlungsmöglichkeiten, die möglichst schonend und schmerzfrei funktionieren.

Auf der Basis der neuen Messtechnik können wir jetzt Verfahren entwickeln, die mit ganz kleinen Störungen versuchen, diese Wirbel wieder zur Ruhe zu bringen und sie zu beenden. – Stefan Luther

Über die Bedeutung des neuen Ultraschall-Diagnose-Verfahrens hat detektor.fm-Redakteurin Eva Weber mit Prof. Stefan Luther vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen gesprochen. Zusammen mit Jan Christoph vom Max-Planck-Institut und Gerd Hasenfuß vom Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen hat er die Diagnostik entwickelt.