Forschungsquartett | Die Psychologie der Ernährung

Wie überliste ich mich selbst?

16.10.2018

Die Schokolade schmeckt, die Stimmung steigt. Essen ist eine immer verfügbare und unkomplizierte Belohnung. Doch diese tiefen psychologischen Mechanismen haben in unserer Welt eine deutliche Folge: Immer mehr Menschen sind übergewichtig oder sogar adipös.

Ernährung: Ein hauseigenes Belohnungssystem

Wenn es um Ernährung geht, dann ist es um den mündigen Bürger, der Kraft seines Willens und seiner Vernunft entscheidet, schnell geschehen. Denn hier fängt ganz schnell der Teil des Gehirns an zu arbeiten, der für Wünsche, Gefühle und Triebe verantwortlich ist: das limbische System. Rund 80 Prozent unseres Essverhaltens werden von dieser unbewusst arbeitenden Region bestimmt. Es verlangt nach Belohnung und das geht ganz schnell über energiereiche Nahrung.

Der Mensch braucht Essen

Dass Nahrung als Emotionsmanager fungiert, hat natürlich einen guten Grund. Wer überleben will, muss essen. Dieses System ist allerdings nicht darauf ausgelegt, dass für viele Menschen inzwischen ein Überangebot an Nahrung besteht. Immer und überall haben wir die Möglichkeit, zuzugreifen. Und das tun wir meistens auch. Die Folge davon ist, dass immer mehr Menschen übergewichtig oder adipös sind.

Ein Problem, was wir haben, ist, dass wir häufig zu schnell essen. Wir essen auch meist nicht so viel, wie wir Hunger haben, sondern so viel, wie auf dem Teller ist. – Arnd Florack, Universität Wien

Tipps und Tricks für gute Ernährung

Also was sollte man tun, damit man die Tüte Gummibärchen nicht innerhalb von fünf Minuten verschlingt?

Wenn Sie das Essen langsam genießen, dann ist es so, dass das Sättigungsgefühl bereits währenddessen einsetzt: Das Essen also auf der Zunge zergehen lassen. – Arnd Florack

Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Lars Hendrik-Setz verrät uns detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber welche Tipps sie von Arnd Florack noch bekommen hat. Florack ist Professor an der Universität Wien für angewandte Sozialpsychologie.

Prof. Arnd Florack, Universität WienEinfache "Wenn-Dann-Regeln" werden erst gekoppelt und dann automatisch umgesetzt: Wenn ich Hunger habe, dann greife ich nach einem Apfel.Prof. Arnd FlorackProfessor für Angewandte Sozialpsychologie und Konsumentenverhaltensforschung.  

Das Forschungsquartett jede Woche hören? Dann abonnieren Sie den Podcast.


Forschungsquartett – Wissenschaft bei detektor.fm. Jede Woche blicken wir auf neue Entwicklungen und Ergebnisse in der deutschen Forschungslandschaft. Überall in Deutschland arbeiten Wissenschaftler daran, die Welt ein wenig besser zu machen. Wir schauen ihnen über die Schulter.

Das Forschungsquartett gibt es auch direkt bei Apple PodcastsDeezer und Spotify