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In der Genomforschung gibt es gravierende Ungleichheiten, wenn es um die registrierten Genome verschiedener Bevölkerungsgruppen geht. Foto: ESB Professional | shutterstock.com
Bild: ESB Professional | shutterstock.com

Forschungsquartett | Schadsoftware in DNA verstecken?

Biohacking erstmals gelungen

Wenn Viren den Computer lahmlegen oder zerstören, ist das übel. In Zukunft kann womöglich auch die eigene DNA genutzt werden, um Computer mit Viren oder anderer Schadsoftware zu infizieren.

Der Computervirus in der DNA

Hinter dem Begriff Biohacking steckt kein ökologischer Computerclub. Stattdessen bezeichnet er eine Technik, mit deren Hilfe der Mensch in die DNA eines Lebewesens eingreifen kann. Nun haben es Wissenschaftler an der Universität von Washington geschafft, diesen Prozess umzudrehen. Mithilfe von DNA haben sie eine Maschine gehackt und dadurch Informationen erhalten, die die Maschine gar nicht hätte preisgeben dürfen. Wie ist das möglich?

Biohacking birgt neue Gefahren

Man stelle sich vor: Ein DNA-Labor möchte Informationen aus einer DNA-Probe auslesen. Die DNA wird dabei in ihre Bestandteile zerlegt. Die kleinsten Bausteine der DNA heißen Nukleotide. Von denen gibt es vier Stück: Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Sie sind unterschiedlich im DNA-Strang angeordnet und machen so jedes Erbgut einzigartig. Eine DNA-Sequenzier-Maschine kann diese Nukleotide auslesen, genauso wie ein Computer ein Programm liest. Genau das haben die Wissenschaftler der Universität von Washington ausgenutzt.

Über dieses DNA-Hacking ist es möglich, kleine Software-Schnipsel in das Gerät, dass diese DNA-Analyse vornimmt, zu implementieren. Das heißt, dass das Gerät dann dabei von einer Malware befallen ist. Das ist dann so ähnlich wie ein Computervirus, der sich dann eben nur auf diesem ungewöhnlichen Ausbreitungsweg ausbreitet. – Prof. Dr. Ulrich Greveler, IT-Sicherheitsforscher an der Universität Rhein-Waal

Hacking der Zukunft

Die Versuche aus Washington zeigen, dass künftig nicht nur DNA-Scanner, auch Iris- oder Fingerabdruck-Sensoren gehackt werden könnten. Solche Systeme sichern zum Beispiel unsere Smartphones. In extremen Fällen aber auch Hochsicherheitsbereiche. Trotzdem geben Forscher an der Universität von Washington erst mal Entwarnung. Ein DNA-Hack sei noch viel zu zeitaufwendig und zu teuer, als dass er sich für Hacker rentieren könnte. Dennoch ist es gut, dass zuerst die Sicherheitsforscher zum Erfolg beim Biohacking gekommen sind. Denn so sind sie zumindest bei diesem Thema den Hackern einen Schritt voraus.

Wie funktioniert das Biohacking? detektor.fm-Redakteur Merten Waage hat nachgefragt.

Forschungsquartett | Biohacking erstmals gelungen 05:40

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