Forschungsquartett | Stromsparende Rechenzentren

Heizen mit der Cloud

24.03.2016

Wäre das Internet ein Land, es hätte weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch, so eine Studie von Greenpeace. Die meiste Energie brauchen die Server, auf denen die Daten gespeichert werden. Dass dieser enorme Energiebedarf ein Problem darstellt, haben Forscher und Entwickler mittlerweile längst erkannt.

Soziale Medien und Clouds steigern Energiebedarf

Über 30 Milliarden Watt pro Stunde verbraucht das Internet weltweit. Das entspricht ungefähr der Leistung von 30 Atomkraftwerken. Seit immer mehr Menschen Zugang zum Internet haben und immer mehr Menschen soziale Medien und Clouds nutzen, steigt der Bedarf an Rechenzentren. Doch diese müssten gar nicht so viel Energie verbrauchen, wenn sie nur effizienter arbeiten würden.

Ruhezustand für Rechenzentren

Samuel Kounev von der Universität Würzburg entwickelt deshalb Möglichkeiten, Energie bei Servern zu sparen. Diese laufen nämlich in der Regel durchgehend auf Hochbetrieb, ohne dass das überhaupt notwendig wäre.

Das Problem ist, dass der Serviceprovider nie weiß, welche Nutzungslast eintritt. Dementsprechend muss er seine Kapazitäten immer für das schlimmste Szenario planen. – Samuel Kounev

Zusammen mit Google werden deshalb statistische Modelle entwickelt, die vorhersagen sollen, wann die Server gebraucht werden. Nur dann werden sie auch hochgefahren. In der restlichen Zeit könnten viele Server im Stromsparmodus auf angekündigte Auslastung warten.

Die Kühlung wird zur Heizung

Eine weitere Herausforderung ist die Kühlung der Server. Die Thomas Krenn AG hat zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dafür ein neues Modell entwickelt: Sie nutzen Serverfarmen als Heizkraftwerke.

Über die Möglichkeiten solcher Serverfarmen hat detektor.fm-Redakteur Konstantin Kumpfmüller mit Samuel Kounev von der Uni Würzburg und David Hoeflmayr von der Thomas Krenn AG gesprochen.

David Hoeflmayr ist CEO der Thomas Krenn Ag.Auf der einen Seite Abwärme zu vernichten und auf der anderen Seite wieder zu heizen, ist völliger Unfug. David Hoeflmayrist CEO der Thomas Krenn AG.  

Redaktion: Konstantin Kumpfmüller