Forschungsquartett | Studie zeigt: Mond hat keinen Einfluss auf den Schlaf

Schlafstörung durch Vollmond - Nur ein Mythos?

03.07.2014

Bei Vollmond treiben nicht nur Werwölfe und andere Gestalten ihr Unwesen. Viele Menschen können nicht schlafen und geben dem Mond die Schuld. Eine neue Studie nimmt den Himmelskörper nun in Schutz.

Da thront er am Firmament: der rot erleuchtete Vollmond und raubt uns den Schlaf. Oder? Foto: Sascha Königer | flickr.com | Lizenz | CC BY 2.0

Der Mond, unser ständiger Begleiter, hat großen Einfluss auf uns. Er sorgt für die Gezeiten und hält die Erde auf Kurs.

Und bei vielen Menschen führt er, wenn er in seiner ganzen Fülle steht, zu Schlafstörungen. Das glauben zumindest viele, den Autoren eingeschlossen.

Die Wissenschaft dagegen ist sich uneins:

Im vergangenen Jahr wurde eine Studie veröffentlicht, die Belege für seinen Einfluss liefert.

Dem widerspricht nun eine neue Studie des Max-Planck Instituts für Psychiatrie.

Die Forscher um den Neurowissenschaftler Martin Dresler werteten große Datenmengen zum Schlafverhalten aus. Statt auf Schlafstörung durch den Mond stießen sie auf ein Problem, dass im Wissenschaftsbetrieb mittlerweile dazugehört.

detektor.fm-Redakteur Max Heeke klärt auf.

Martin Dresler forscht am Max-Planck Institut für Psychiatrie und an der Radboud Universität in Nijmegen.Wir haben uns das bei über 1000 Probanden über 2000 Nächte angeschaut und wir haben keinerlei Mondeffekte gefunden. Je kleiner die Studie ist, desto eher wird was gefunden; je größer die Studie ist, desto weniger wahrscheinlich wird etwas gefunden.Martin Dreslerforscht am MPI für Psychiatrie und der Radboud Universität in Nijmegen