Forschungsquartett | Terrorgruppen als Forschungsgegenstand

Wie lernen Terrorgruppen?

07.04.2016

Ethnologen erforschen fremde Gesellschaften. Die müssen nicht unbedingt auf abgelegenen Eilanden leben. Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung möchte verstehen, wie Terrorgruppen lernen.

Terrorgruppen tragen Züge von Parallelgesellschaften. Besonders deutlich wird das beim sogenannten Islamischen Staat, der nicht nur ein teilweise geschlossenes geographisches Gebiet kontrolliert, sondern sich über seinen eigenen Mediendienst gerne als Staat, als Kalifat ausgibt. Sogar über ein Gesundheitssystem soll das Kalifat nach eigenen Angaben verfügen.

Ethnologen untersuchen Terrorgruppen wie fremde Gesellschaften

Aufgrund ihrer Strukturen sind Terrororganisationen als eine Form der Gesellschaft grundsätzlich durch ethnologische Methoden erforschbar. Eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI ETH) will jetzt herausfinden, wie Terrorgruppen lernen.

Dazu nutzen sie die Methoden ihrer Disziplin, wie etwa die teilnehmende Beobachtung. Das heißt nicht, dass die Wissenschaftler selbst zur Waffe greifen, aber sie führen vor Ort Interviews mit aktiven und ehemaligen Terroristen.

Mike Sattler hat mit der Leiterin der Forschungsgruppe „Wie lernen Terroristen?“ Carolin Görzig über die Feldforschung mit Terroristen gesprochen.

Carolin Görzig leitet am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung die Forschungsgruppe Wie Terristen lernenVerhandlungen können tatsächlich zu mehr Gewalt führen. Sie können aber auch zu mehr Frieden und zur Abkehr von Gewalt führen. Wichtig ist, dass man signalisiert, dass die Abkehr von Gewalt und Terror belohnt wird.Dr. Carolin Görzigist Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung. Foto: Privat.